Georges Bizet (1838-1875):

L'Arlésienne

deutsch Das Mädchen aus Arles / englisch The Girl from Arles

Allgemeine Angaben zur Bühnenmusik

Entstehungszeit: 1872
Uraufführung: 1. Oktober 1872 in Paris (Théâtre du Vaudeville)
Besetzung: Orchester
Spieldauer: ca. 50 Minuten
Erstdruck: Paris: Choudens, 1872 (Klavierauszug)
Bemerkung: Das Drama von Alphonse Daudet schildert ein Liebesdrama, welches sich in der Provence in der Nähe der Stadt Arles zugetragen hat. Georges Bizet war von dem Theaterdirektor Léon Carvalho beauftragt worden, eine Musik zum Stück zu schreiben. Daudet und der Komponist überwachten gemeinsam die Theaterproben. Die Befürchtungen des Dichters trafen ein: „L'Arlésienne“ kam beim Pariser Publikum nicht gut an und es verschwand nach ein paar Aufführungen vom Spielplan. Georges Bizet richtete eine viersätzige Suite ein, die aber die chronologische Reihenfolge des Dramas nicht beachtet und weiteres musikalisches Material des Komponisten aufnimmt. Nach dem Tode Georges Bizets folgte eine weitere Suite, die sein Freund Ernest Giraud besorgte. In neuerer Zeit ist man dazu übergegangen, die gesamte Bühnenmusik wieder zugänglich zu machen, weil die beiden Suiten den Wert der Dichtung nicht erkennen lassen.
Opus: op. 23
WD 28

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[Details]
L'Arlesienne op.23 (Capriccio, DDD, 1997)
Georges Bizet (1838-1875)

M. Cerenak in Scala Nr. 6 / 98: "Die vorliegende Ein- spielung schafft es durch ein Zusammenspiel von Dialog- und Erzählpartien, die teilweise langweilige Handlung zu straffen und Bizets Musik in den Vordergrund zu stellen. In diesem Kontext wird die Schönheit und die Theatralik des Werkes viel klarer als in den Suiten."

Zur Bühnenmusik

Art: Musik zu Alphonse Daudets Schauspiel in drei Akten und fünf Bildern
Sprache: französisch
Ort: ein Dorf in der Provence
Zeit: 19. Jahrhundert

Personen der Handlung

Das Mädchen aus Arles: nicht präsent
Frédéri: ihr Verlobter
L'Innocente: sein Bruder
Vivette: seine Jugendliebe
L'Innocente: Fédéricis Bruder
Mère Renaude: Großmutter von Frédéri und L'Innocent
Balthasar: ein alter Schäfer

Handlung

Mutter Renaude liebte einst den Schäfer Balthasar, hatte aber auf ihre Liebe verzichten müssen und begegnet ihm nun erneut nach fünfzig Jahren.

Ihr Enkel, der junge Frédéri, vergöttert eine schöne Arlesianerin und ist sogar mit ihr verlobt. Sie selbst tritt im Stück nicht auf, es wird nur abfällig über sie gesprochen. Ähnlich Carmen ist es ihr nicht möglich, treu zu sein, so dass Frédéri dem Druck der Großmutter nachgibt und seine Jugendliebe Vivette ehelicht. Sein Bruder L'Innocent ahnt das Verhängnis, ohne in das Räderwerk des Schicksals eingreifen zu können. Die Erinnerung an das rassige Mädchen aus Arles lässt dem Landburschen keine Ruhe. Der Suizid aus Liebesschmerz ist unausweichlich.


Letzte Änderung am 18.6.2012
Beitrag von Engelbert Hellen