Licinio Refice (1883-1954):

Margherita da Cortona

Allgemeine Angaben zur Oper

Entstehungszeit: 1937
Uraufführung: 1. Januar 1938 in Mailand (Teatro alla Scala)
Dirigent: Franco Capuana
Besetzung: Soli, Chor und Orchester
Erstdruck: Mailand: Ricordi, 1937

Zur Oper

Art: Legende in einem Prolog und drei Akten
Libretto: Emidio Mucci
Sprache: italienisch
Ort: Italien
Zeit: zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts

Personen der Handlung

Margherita: Büßerin und Nonne (Sopran)
Ihr Vater: (Bass)
ihre Stiefmutter: (Mezzosopran)
Arsenio: ein Adeliger (Bariton)
Uberto: ein Adliger (Tenor)
Chiarella: eine Hirtin (Sopran)
Ein Jagdaufseher: (Bass)
Ein Richter: (Bass)
Weitere: Jäger, Dienerschaft, Bauern, Volk, Soldaten

Vorbemerkung

Margherita hat das elterliche Haus verlassen, weil der Vater wieder geheiratet hat. Die Stiefmutter ist ihr nicht wohlgesonnen ist und die Kleine bekam ständig Prügel.

Handlung

1. Akt:

Wenn die Natur ein armes Mädchen mit Schönheit gesegnet hat und es seine Chance nutzt, kann es durchaus Karriere machen. Der begütert und adelige Arsenio greift die Verlassene auf und macht sie zu seiner Konkubine. Moralische Bedenken verschwinden schnell, wenn man Hunger hat und ein Dach über dem Kopf in Aussicht gestellt wird. Doch das Schicksal schlägt zu, denn Arsenio wird ermordet. Der Tod ereilt ihn auf der Jagd. Die Zurückgebliebene unternimmt einen Versuch, zu ihrem Vater zurückzukehren. Doch die Stiefmutter blockt ab und die Tochter wird nicht mehr ins Haus gelassen. Der Verdacht des Mordes fällt auf Chiarella und ihren Bruder. Die Hirtin war von Arsenio ebenfalls verführt und dann abgeschoben worden. Margherita hatte sie unabsichtlich verdrängt und ihren Platz eingenommen.

2. Akt:

Der Nächste bitte! Ein Anderer bietet seine Hilfe an und Margherita wechselt das Lager. Der Begünstigte ist Uberto, ein politischer Gegner Arsenios. Das Schoßhündchen Margheritas findet die Leiche Arsenios, die schon halb verwest ist. Margherita ist schockiert und flüchtet sich in den religiösen Wahnsinn. Schon bald findet sie heraus, dass Uberto der Mörder ihres verflossenen Liebhabers ist. Chiarella und ihr Bruder werden zum Tode verurteilt. Margherita regt sich wahnsinnig auf und bietet dem Richter stellvertretend ihr Leben an, wenn er die beiden frei lässt. Sie nennt den Namen des Täters, doch Uberto unterstellt ihr Wahnsinn. Der Richter ist ein gütiger, weiser Mann und setzt die Vollstreckung des Urteils aus.

3. Akt:

Margherita ist nach Cortona umgezogen und Franziskanerin geworden. Der Adel schart sich um Uberto. Die Nonne engagiert sich auch politisch. Mit einem mächtigen Kreuz tritt sie aus dem Kirchenportal und verhindert einen Bürgerkrieg. Wie einst Thais von Alexandria tut die Reumütige fleißig Buße. Zur Messe erscheint sie immer mit einem Strick um den Hals. Bei der einfachen Bevölkerung macht es Eindruck, wenn jemandem seine Sünden Leid tun. Margherita wehrt sich gegen jede Art von Verehrung und behauptet, sie sei eine Unwürdige. Vergeblich - denn die Kirchenmaler späterer Jahre verleihen ihr einen Heiligenschein. Keiner versäumt es, sie mit Hündchen abzubilden, damit jeder Gläubige sogleich weiß, welche Heilige auf dem Votivbild zu sehen ist.


Letzte Änderung am 29.3.2010
Beitrag von Engelbert Hellen