Francesco Cilea (1866-1950):

L'Arlesiana

deutsch Das Mädchen aus Arles

Allgemeine Angaben zur Oper

Entstehungszeit: 1892-97, rev. 1898, 1910 und 1937
Uraufführung: 27. November 1897 in Mailand (Teatro Lirico)
22. Oktober 1898 in Mailand (2. Fassung)
28. März 1912 in Neapel (3. Fassung)
Besetzung: Soli, Chor und Orchester
Spieldauer: ca. 120 Minuten
Erstdruck: Mailand: Sonzogno, 1899
Verlag: Mailand: Sonzogno, 1934-37
Mailand: Sonzogno, 1982
Mailand: Sonzogno, 2000

Kaufempfehlung

CD: Klassika CD-Kaufempfehlung bei jpc
[Details]
L'Arlesiana (Line, ADD/m, 51)
Francesco Cilea (1866-1950)

G. Heinsen in orpheus 8 / 94: "Der Tip zum Kauf ist für mich die bemerkenswerte, poetische Arlesiana Cileas, die in Arturo Basiles Hand eine wunderbare Angelegenheit wird."

Zur Oper

Art: Lyrische Oper in drei Akten
Libretto: Leopoldo Marenco nach Alphonse Daudet
Sprache: italienisch
Ort: ein Dorf in der Nähe von Arles
Zeit: 19. Jahrhundert

Personen der Handlung

Rosa Mamai: eine Gutshofbesitzerin (Mezzosopran)
Federico: ihr ältester Sohn (Tenor)
Vivetta: Rosas Ziehtochter (Sopran)
Baldassare: ein alter Hirte (Bariton)
Metifio: ein Pferdehirt (Bass)
Marco: Rosas Bruder (Bass)
L'Innocente: Baldassares Enkel (Sopran)
L'Arlesiana: von Federico begehrt (nicht präsent)
Weitere: Gäste, Hirten, Volk

Handlung

1. Akt:

Baldassare sitzt auf einem kleinen Erdhügel, zieht an seiner kurzen Pfeife und erzählt dem jüngeren Sohn der Gutsbesitzerin Rosa Mamai ein Märchen von einer armen kleinen Ziege, die sich dem Angriff eines hungrigen Wolfs widersetzt, aber am Schluss doch unterliegt und ins Gras beißen muss.

Mit großer Geduld widmet er sich, der alte Schäfer, dem etwas zurückgebliebenen Jungen, der sich an sein Knie lehnt. „Kein Küsschen für dich! Keine Liebkosung von der Mutter. Als wenn du nicht ihr Blut in den Adern hättest!“

Rosa kommt hinzu. Baldassare soll endlich aufhören mit seinen Geschichten und ihr lieber seine Meinung zu dem Mädchen sagen, welches ihr Sohn heiraten möchte. Nun es gibt genug hübsche Mädchen hier im Dorf. Hat sie sich selbst nie bemüht, eine Braut für ihren Sohn zu finden? Vielleicht wäre es gut gewesen, erwidert Rosa Mamai, aber im Moment ist Federico so verliebt, dass er denkt, nur seine Flamme aus Arles allein habe Tugend und Qualität. Wird die Mutter das Mädchen im Haus akzeptieren? Sie weiß es noch nicht. Ihren Bruder Marco, der in Arles lebt, wird sie bitten, Kundschaft über sie einzuziehen. Er wird alle Neuigkeiten über Federicos Flamme bald herausfinden.

SZENENWECHSEL

Vivetta hat lange Zeit auf dem Hof gewohnt. Hin und wieder kommt sie vorbei, um die alte Umgebung wiederzusehen – den Fluss, die von Blumen übersäten Wiesen und die Felder wecken in ihr Erinnerungen. Ihr Herz gehört dem ältesten Sohn der Familie, den sie am liebsten heiraten würde. Sie hat in Erfahrung gebracht, dass er ein neues Mädchen kennengelernt hat und nach Arles geritten ist. Sie möchte sich nun bei der Mutter erkundigen, ob sie sich noch Hoffnung machen darf. Doch mit tiefer Bekümmernis muss Vivetta erfahren, dass für sie alles aus ist. Die Hochzeit mit der schönen Arlesianerin kann angesetzt werden, obwohl er das Mädchen zu Hause noch nicht einmal vorgestellt hat.

Doch das Schicksal lächelt Vivetta zu. Baldassare hat zu berichten, dass das Mädchen aus Arles nicht den besten Ruf zu haben scheint. Ein Pferdehirt, habe ihm zwei Briefumschläge übergeben und ihn gebeten, diese zur Einsichtnahme der Gutsherrin auszuhändigen. Er, Metifio, sei der Freund des Mädchens und aus wirtschaftlichen Gründen von den Eltern verabschiedet worden. Die Mutter soll Federico die Briefe zeigen und ihn fragen, ob er die Braut unter diesen Umständen noch haben will.

Rosa Mamai ist bestürzt und nimmt Federico das Versprechen ab, das schlimme Mädchen aus Arles nie wiederzusehen.

2. Akt:

Federico ist dem ausgebrochenen Liebesschmerz nicht gewachsen und in die Wildnis der Camargue geflüchtet. Rosa und Vivetta suchen nach ihm.

Der Morgenstern war noch nicht aufgegangen, als sie nach ihm Ausschau hielt und seinen Namen rief, erklärt Vivetta. Durch das Riedgras ist sie gelaufen und nur das Echo habe ihr geantwortet. Vergeblich waren ihre Anstrengungen.

„Wo ist er nur, Himmel, wo?“ Rosa soll sich nicht aufregen. Federico weiß, dass seine Mutter ihn liebt und er wird schon wiederkommen! Aber niemand weiß, wo er im Moment zu finden ist!

Was ist, wenn er die Verflossene immer noch liebt. Welche Frau kann ihn, die alte Liebe vergessen machen? „Wer weiß? Vielleicht ein anderes schönes Mädchen“, antwortet Vivetta. Einer plötzlichen Eingabe folgend, fragt Rosa „Könntest Du nicht die andere sein?“ Aber Vivetta behauptet, sie sei nicht schön genug und außerdem liebe sie Federico nicht! Doch, sie liebt ihn. Warum soll es nicht gesagt sein? Das sei zwar wahr, aber sie sei nicht fähig ihn zu heilen. Sein Herz sei krank. Rosa rückt näher an Vivetta heran und versucht, sich einzuschmeicheln. Sie soll barmherzig sein, denn sie kann ihn retten! Sie sei wunderschön, nur weiß sie das selbst gar nicht. Sie könnte ihr Mieder vielleicht ein bisschen fester binden und das Kopftuch ein bisschen offener tragen – so wie es in Arles üblich ist. Rosa lobt die körperlichen Vorzüge des Mädchens über den Klee. „Ich bin scheu!“ widersetzt sich die Umworbene. „Vivetta, Vivetta“ fleht die Mutter „Du bist die einzige, die ihn heilen kann.“ Wenn sie ihre Schüchternheit überwinden könnte und nur ein bisschen mehr wagen würde. Rosa rennt ihr hinterher.

SZENENWECHSEL

Baldassare und L'Innocente, die sich ebenfalls auf der Suche nach Federico befinden, kommen ihnen entgegen. L'Innocente hat Hunger und der Großvater vertröstet ihn. Er solle warten, bis sie bei der Schafherde angekommen sind. Der Junge betritt die Absperrung und ein Aufschrei verrät den Zurückgebliebenen, dass er Federico entdeckt hat.

Was macht er hier? Seine Mutter und Vivetta suchen verzweifelt nach ihm. Baldassare spart nicht mit Vorwürfen. Diese Frau macht ihn noch verrückt. Federico gibt zu, dass die Eifersucht ihn plagt und sein Herz zum Bersten bringt.

Arbeit macht das Leben süß! Er soll zu ihm auf die Hügel kommen und die schöne Landschaft betrachten. Seine Bodenerhebungen seien nicht weit genug entfernt. Dann soll er zur See fahren. Für ihn sei auch diese Distanz, die Vergangenheit zu bewältigen, zu klein. Der Schafhirt soll ihn nicht auf die Palme bringen. Die einzige Möglichkeit für ihn ist, zu sterben. Er soll seiner Mutter keinen Kummer machen. Ein Chor tönt aus der Ferne: „Wenn der Abend kommt, wird das Herz traurig!“ Mit vereinten Kräften gelingt es schließlich Federicos Stimmung zu mildern. Nach anfänglichem Zögern schafft es Vivetta doch, den Widerspenstigen für sich einzunehmen. Welche Milde und welche Süße sie fühlt. Die Braut wird ausgewechselt und die Hochzeit kann stattfinden. Das schlechte Mädchen, sollte endlich vergessen sein, damit Vivetta ihren Platz einnehmen kann.

3. Akt:

Auf Hof Castelet wird die Hochzeit von Federico und Vivetta vorbereitet. Hübsch angezogene Mädchen winden Blumenkränze. Diese wollen sie der neuen Herrin morgen zum Geschenk machen. Weiße Lilien und rote Rosen werden in den Gebinden verarbeitet. Bunte Anemonen sollen nicht vergessen werden. Es fügt sich Blume an Blume. Der herrliche Duft soll ein Symbol für die herrlichen Wolken der Tugend sein, welche die junge Braut verströmt. Es fügt sich Blume zur Blume, wie die Liebe zum Herzen.

Baldassare kommt und wünscht der fröhlichen Jugend einen schönen Abend. Einige junge Mädchen unterbrechen ihre Arbeit und umringen den Großvater. Dieser ist beglückt, weil der Enkel nun doch die passende Braut gefunden hat. Er war auch einst jung, doch bald fallen seine Augen in den ewigen Schlaf.
Draußen fliegen die Glühwürmchen und der Mond beleuchtet die Szene.

SZENENWECHSEL

Vivetta hat sich bei Federico eingehakt und beide erscheinen auf der Terrasse. Nicht ganz überzeugt bringt sie die Hoffnung zum Ausdruck, ob er sie auch tatsächlich liebt. Er betont, dass er die Wahrheit sagt, wenn er behauptet, dass sie mit ihm nicht betrogen sei. Von seiner Besessenheit gegen ihre Rivalin sei er restlos geheilt. Bisher habe er sich nichts aus ihr gemacht, aber das habe sich völlig ins Gegenteil verkehrt. Aber kann es nicht sein, dass er denkt, mit ihr glücklich zu sein und es hinterher doch nicht ist, wendet sie ein. Denkt er nicht hin und wieder an die Andere? Federico umarmt sie:

„Komm her, vertreibe deine traurigen Gedanken:
Ich liebe Dich so sehr, süße Blume.
Komm, komm an mein Herz!
Friede, Leben ist Deine Liebe für mich!
Für mich sind Deine Worte süße Zärtlichkeit.
Hier an meine Brust Vivetta.
Heitere mich auf, süßer Schatz.
Du allein regierst mein Herz.“

SZENENWECHSEL

Metifio kommt durch die Terrassentür herein, steuert auf Baldassare zu und verlangt seine Briefe zurück. Diese habe er am frühen Morgen zurückgebracht und seinem Vater ausgehändigt. Metifio versteht und flüstert ihm vertraulich zu, dass er in Arles war und dort zwei Nächte geschlafen habe. „Ha, ha! Geht es jetzt los?“ „Immer, immer!“ Nach der Affäre mit den Briefen, habe Baldassare das Gegenteil geglaubt.

Als in der Ferne Federico und Vivetta auftauchen, glaubt Baldassare bemerken zu müssen, dass Frauen gern den Männern ihre Schwächen vergeben, wenn es sich umgekehrt genauso verhalte. Gott soll ihm helfen, dass er geheilt werde, wie dieser Junge geheilt wurde – Baldassare weist auf Federico. Er wird sich in vier Tagen verheiraten, aber er wird ein ehrenwertes Mädchen nehmen.

Er wird glücklich und ruhig schlafen an ihrer Schulter, kommentiert Metifio. Im Gegenteil gibt es zwischen seiner Flamme und ihm ständig Turbulenzen. Kampf, Tadel und furiose Szenen von Eifersucht seien angesagt. So verbringen sie ihre Nächte. Aber die Hölle wird ein Ende finden. Sie werden zusammenfinden und alles wird gut. So stellt Metifio sich die Zukunft vor.

Ist er etwa im Begriff die Arlesianerin zu heiraten, fragt Baldassare erstaunt. „Nein, ich werde sie entführen. Während der Alte die Nacht bei der Herde verbringt, wird er im Tal die donnernden Hufe eines Pferdes vernehmen. Seine Signora wird wild aufschreien, aber ihr Geschrei wird mit dem Wind verhallen!“
Aber liebt er sie wirklich? Hat das schurkische Mädchen von Arles ihn tatsächlich behext? Nein, zurzeit sei er nur ihr willkommenes Capriccio.

Mit einem Schrei nimmt Federico seinen Rivalen wahr. Vivetta ahnt, dass eine Auseinandersetzung in der Luft liegt und bittet ihn, hier nicht zu verweilen. Sie soll ihn in Ruhe lassen. Vivetta schließt aus seinem unkontrollierten Verhalten, dass er die Verflossene immer noch liebt. Metifio hat die Situation noch nicht begriffen und ist mit seinem Schicksal beschäftigt:

„Wandern in den Straßen ohne Liebe -
immer daran denken, verfolgt zu sein, geschüttelt vor Furcht,
die Herberge wechseln und niemals Ruhe finden im Herzen
keinen Frieden finden in Gedanken.
Das ist es, was sie lieben, singen die Seevögel im Sturm.“

Baldassare rät Metifio, das Mädchen zu verlassen
und nach einem stillen Leben in Frieden zu schauen.

Federico erregt sich: „Dieser Schuft ist mein Rivale.“ Vivetta verlegt sich aufs Bitten, denn sie sieht ihre Felle davon schwimmen. Er soll Mitleid in seinem Herzen mit ihr finden und zu ihr zurückkommen.

„O Maledetto! O Maledetto!“

Federico möge bei ihr bleiben und ihr Herz halten. Sie kann den Schmerz nicht länger aushalten. Metifio denkt an seinen alten Vater, wenn er ihn allein lassen würde, würde das seinen Tod beschleunigen. Dann soll er doch auf diese Frau verzichten und bei ihm bleiben. Er kann nicht, sie ist zu schön!

Der eifersüchtige Federico redet sich in Wut. Der Rivale wagt es, hierher zu kommen und sich in dieser Form über seine Beziehung zu L'Arlesiana auszulassen. Zu ihm, der noch den Duft von ihrem verführerischen Körper riecht und den er verließ, als ein glücklicher Mann. Eine Stunde des Inferno würde er geben, um in dies Paradies zurückzukehren. Vivetta vergeht vor Schmerz. Er hört nicht auf sie. Baldassare verflucht die verführerische Hexe, die mit ihrer fatalen Schönheit Verwirrung streut. Was hat sie nur alles angerichtet. Metifio spricht davon, dass er sie auf seinem friedvollen Ross unter Gefahren und Furcht von hier wegbringen wird - den Tod wird er herausfordern, aber für sie.

„Ich weiß, dass sie schön ist,
Gott, ich weiß es.
Aber du, du erzählst mir über sie
genau im falschen Moment.
Ich werde dich töten!“

Der Eifersüchtige greift nach einem schweren Hammer, mit dem er den Maibaum gerichtet hat und schwingt ihn gegen den Rivalen. Er soll sich zurückhalten, versucht Metifio energisch zu beschwichtigen und drängt ihn weg. Der Bandit soll sich verteidigen, erwidert Federico. Baldassare will eingreifen und der Erzürnte fordert ihn auf wegzugehen. Schließlich schaltet sich Rosa körperlich und verbal in die Auseinandersetzung ein. „Halt ein, Du brichst Deiner Mutter das Herz!“ Der Hammer fällt dem Wütenden aus der Hand. Rosa und Vivetta bugsieren den Erschöpften in sein Schlafzimmer. Aus weiter Entfernung ertönen Stimmen:

„Ferve la danza nell' sultanza.
Al Santo onore, ai cor l'amore!
La nostra gioia giammai non muoia! -

Der liebliche Tanz beginnt.
Ehre den Heiligen, Liebe zu den Herzen.
Möge unsere Freude niemals enden!“

Rosa kommt mit einer Laterne in der Hand und stellt sie auf den Tisch. Sie geht zur Terrasse, schaut eine Weile hinaus und kommt dann zurück.

Rosa Mamai hat sich beruhigt und gibt einem schwermütigen Monolog Ausdruck. Die Gedanken gaukeln ihr ein schlimmes Omen vor, welches sich, wie ein tödlicher Schleier auf ihre Seele legt. Eine Mutter zu sein, sei die Hölle. Die Geburt Federicos erfolgte unter erschwerten Umständen und das ist auch die Ursache, weshalb sie sich bemüht, aus ihm einen ehrenwerten ernsten Menschen zu machen. Er war ihre Liebe und ihr ganzer Stolz. Der jüngere Sohn kam in ihrer Affektion zu kurz. Sie hat den Herrn oft gebeten, den Erstgeborenen nicht sterben zu lassen, bevor es mit ihr zu Ende geht, denn das Schicksal seines vorzeitigen Todes könne sie nicht ertragen. Rosa betet, dass er sich erinnern möge, wie seine Mutter weinend zu Füßen des Kreuzes lag. Auch sie sei eine verzweifelte Mutter und der Herr möge Mitleid mit ihr haben und über sein Leben wachen.

Niemand kommt in der anbrechenden Nacht wirklich zur Ruhe. L'Innocente steht plötzlich barfuß in der Tür. Das Haar ist ungekämmt und die Hose hängt nur an einem Träger. Er fordert seine Mutter auf, sich nicht zu ängstigen, weil in der Nacht nichts Ungewöhnliches passieren wird, denn er wird auf den Bruder aufpassen. Sein Auge leuchtet und sein Gesicht hat einen lieblichen Ausdruck, wirkt sogar ein bisschen intelligent. Die Mutter drückt ihren Jüngsten liebevoll an sich. „Du bist mein Sohn, Du hast mein Blut. Komm! Sitz' auf meinen Knien, Du bist gewachsen in letzter Zeit und hübsch geworden!“ Seine Augen schimmern in einem neuen Licht. Er sieht aus wie sein Bruder. L'Innocente bittet seine Mutter, ihn zu küssen. Rosa küsst ihn immer wieder.

„Oh, i dolci baci che ora mi dai!“

So viele Küsse hat er noch nie bekommen, stellt L'Innocente fest.
Nun geht es aber ins Bett!

Rosa geht noch einmal an der Schlafzimmertür ihrer Söhne vorbei, um zu lauschen, ob sie ruhig atmen. Während das Orchester ein Wiegenlied spielt, kniet Rosa vor dem Hausaltar und betet zur Heiligen Jungfrau.

SZENENWECHSEL

In Halluzinationen erlebt Federico, wie der Rivale sich mit seiner Ehemaligen amüsiert. Er reproduziert in Gedanken die Geschichten, die Metifio am Tage von sich gegeben hat. Das galoppierende Pferd hört er, mit dem der Nebenbuhler mit der Geliebten davonstürmt. Er hält sie in seinen Armen, küsst sie und reitet mit ihr davon.

Es ist furchtbar. Federico hält es nicht länger aus. Der Verzweifelte stürmt die Treppe hoch zum Getreidespeicher. Die beiden Frauen ihm nach, als sie realisieren, was er im Sinn haben könnte. Doch er sperrt die Tür hinter sich ab, so dass die beiden nicht an ihn herantreten können.

„Kann die Mutter hören, wie sie schreit, während sie in seinen Armen liegt?“ Er küsst sie, er bringt sie weg. „O figlio mio!“ Federico befindet sich auf dem Höhepunkt seiner Verzweiflung.

„Ah! Più vivere non posso!“ Er kann nicht länger leben und stürzt sich in die Tiefe.


Letzte Änderung am 25.8.2012
Beitrag von Engelbert Hellen