Peter Cornelius (1824-1874):

Der Barbier von Bagdad

englisch The Barber of Bagdad

Allgemeine Angaben zur Oper

Entstehungszeit: 1856-58
Uraufführung: 15. Dezember 1858 in Weimar unter der Leitung von Franz Liszt
Besetzung: Soli, Chor und Orchester
Verlag: Leipzig: Breitkopf & Härtel, 1963
München: Musikproduktion Höflich, 2004

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[Details]
Der Barbier von Bagdad (Line, AAD/m, 1952)
Peter Cornelius (1824-1874)

Fanfare 9-10 / 90:"Leben kann man mit jeder der drei vorliegenden Einspielungen - doch die von Verona vorgelegte steht dabei ganz vorn. ..(Man wundert sich, wie gut die Klangquali- tät von 1952) ist). ...Ohne Zögern zu emp- fehlen."

Zur Oper

Art: Komische Oper in zwei Akten
Libretto: Peter Cormelius
Sprache: deutsch

Personen der Handlung

Kalif: Kalif von Bagdad (Bariton)
Baba Mustapha: Kadi (Tenor)
Margiana: seine Tochter (Sopran)
Bostana: Verwandte des Kadi (Mezzosopran)
Nureddin: (Tenor)
Abul Hassan Ali Ebn Bekar: Barbier (Bass)
Weitere: drei Muezzins, Sklave des Kadi

Handlung

1. Akt:

Die Dienerschaft Nureddins beklagt die schwere Erkrankung ihres Herrn, der offenbar dem Tod nahe ist. Nureddins Krankheit aber ist nur tiefer Liebeskummer, seit er die schöne Margiana, die Tochter des Kadis Mustapha, sah. So wird Nureddin auch schnell wieder gesund, als ihm Bostana ein Billet für ein Rendezvous mit Marglana überbringt, das im Haus des Kadis, wenn dieser in die Moschee gegangen ist, stattfinden soll. Nureddin ruft den Barbier, um sich verschönern zu lassen. Es erscheint Abul Hassan All Ebn Bekar, der sich für den König aller Barbiere hält, seinen Kunden überschwenglich begrüßt und ihm sofort ein Horoskop stellt, das ihn vor dem geplanten Stelldichein warnt. Der eilige Nureddin hört nicht darauf und wird durch das endlose Geschwätz des Barbiers wütend, doch Abul Hassan bleibt unbeeindruckt. Weder Gewalt noch List können ihn bewegen, mit seinen Erzählungen aufzuhören. Schließlich gelingt es Nureddin, dem Alten zu entkommen, der ihm, um ihn des Horoskops wegen zu schützen, hinterhereilt.

2. Akt:

Überall im Haus des Kadis herrscht Freude, denn dieser erwartet sehnsüchtig die Ankunft seines Jugendfreundes aus Damaskus, dem er seine Tochter versprochen und der bereits eine große Schatztruhe vorausgeschickt hat. Die beiden Mädchen fiebern Nureddin entgegen, der kommt, nachdem der Kadi in die Moschee gegangen ist. Die Liebenden begrüßen sich zärtlich, doch das Glück dauert nicht lange.
Schon kehrt der Kadi zurück. Im Hof erhebt sich gewaltiger Lärm, weil der Kadi einen Sklaven verprügelt, der eine kostbare Vase zerbrochen hat. Der auf der Straße wartende Barbier, der Nureddin gefolgt ist und das Geschrei hört, glaubt, dass sein Schützling ermordet wird, und dringt, um Hilfe rufend, in das Haus ein. Es entsteht ein Aufruhr; die Menge ergreift für den Kadi und den Barbier Partei, während sich Nureddin in der großen Schatztruhe versteckt. Der Lärm lockt auch den Kalifen herbei, dem der Barbier klagt, dass der Kadi seinen Freund getötet und wohl in der Truhe versteckt habe. Der Kadi behauptet, dass der Barbier wahrscheinlich den Schmuckkoffer stehlen wollte und nur Ausreden vorbringe. Auf Befehl des Kalifen wird die Truhe geöffnet. Man erblickt den ohnmächtigen Nureddin, der aber bald wieder aufwacht. Der Kalif entscheidet, dass der Schatz Marglanas, den die Truhe enthalten habe, ihr gehöre, so wie der Kadi vorhin bestimmte. Überglücklich fallen sich Marglana und Nureddin in die Arme, während der Barbier ein Loblied auf den Kallfen anstimmt, der Abul Hassan als Märchenerzähler in seine Dienste nimmt.


Letzte Änderung am 18.8.2008