Heimo Erbse (1924-2005):

Julietta

Allgemeine Angaben zur Oper

Entstehungszeit: 1957
Uraufführung: 17. August 1959 in Salzburg (im Rahmen der Salzburger Festspiele)
Besetzung: Soli, Chor und Orchester
Erstdruck: Frankfurt: Henry Litolff's Verlag, 1958
Verlag: New York: C.F. Peters, 1959
Bemerkung: Die Musik Erbses passt zur Situation und hat Esprit.
Opus: op. 15

Zur Oper

Art: Opera semiseria in vier Akten
Libretto: Heimo Erbse nach der Vorlage „Die Marquise von O...“ von Heinrich von Kleist
Sprache: deutsch
Ort: Italien
Zeit: zu Beginn des 19. Jahrhunderts

Personen der Handlung

Julietta: verwitwete Marquise von O. (Sopran)
der Kommandant: ihr Vater (Bass)
die Frau des Kommandanten: ihre Mutter (Mezzosopran)
der Forstmeister: ihr Bruder (Tenor)
Babette: die Amme (Alt)
Graf Freiherr von Falkenberg: Oberst der feindlichen Soldadeska (Bariton)
Leopardo: ein Diener (Tenor)
Weitere: der Arzt - Bass
der Jäger - Tenor
sowie Städter und Landleute, Kirchgänger, Soldaten, Hochzeitsgäste, Zeitungsverkäufer, Diener

Handlung

1. Akt:

Julietta hat die Situation nur lückenhaft im Gedächtnis behalten. Zusammen mit ihrem Bruder wollte sie den Eltern eine Freude machen und ihnen ein bisschen Hausmusik vorspielen. Die Gesundheit ist fatalerweise labil und so überkommt Julietta eine Ohnmacht. Diese kommt aber nicht von ungefähr, denn das elterliche Schloss wird von einer feindlichen Soldadeska erobert, die auf der Durchreise ist. Was Julietta nicht mehr mit bekommt, ist, dass die Marodeure ihr Gewalt antun wollen. Das weiß aber der Oberst von Falkenberg zu verhindern: Nicht weil er ein mitfühlendes Herz hat, jagt er die Gewalttäter davon, sondern weil er ein verliebter Teufel ist und sich selbst an Juliettas Unschuld heranmachen möchte.

Er kennt die gräfliche Familie schön länger und hat auch schon versucht, auf legalem Weg zum Ziel zu kommen. Der Arzt wird gerufen, weil Julietta sich nicht wohlfühlt und der Doktor diagnostiziert, dass möglicherweise eine Schwangerschaft vorliegen könnte. Wohlweislich hält Oberst von Falkenberg bei den Eltern um Juliettas Hand an, kann die Prozedur aber nicht zu Ende führen, da ein dienstliches Telegramm ihn dringend abruft. Bei Julietta handelt er aus, dass sie doch auf ihn warten möge bis er zurück ist.

Das klingt alles nicht sehr plausibel, ist es auch nicht!

2. Akt:

Anlässlich einer zweiten Untersuchung stellt sich heraus, dass die Mutmaßung gestimmt hat und Julietta wirklich schwanger ist. Die Eltern sind empört und verstehen ihre Tochter nicht. Wie konnte so etwas passieren? Liegt etwa eine Windbestäubung vor? Das Mädchen wird auf den elterlichen Landsitz verfrachtet, wo es das Kind zur Welt bringen kann.

3. Akt:

Die Nachricht von Juliettas Schwangerschaft spricht sich herum und die Familie hat den launigen Spott der Nachbarn und Freunde zu ertragen. Julietta kann sich auf ihre Situation keinen Reim machen und erkennt ihre prekäre Lage nicht. Nein, sie gibt sich hochnäsig und weist in Übereinstimmung mit den Eltern das erneute Ersuchen des Herrn Oberst nach einer Hochzeit zurück. Sie weiß nicht, wer für ihre Schwangerschaft verantwortlich ist, und sie berät sich mit den Eltern, mittels einer Zeitungsanzeige nach dem Übeltäter zu fahnden. Der Schuldige solle doch bitte so anständig sein, bei ihr und den Eltern des Mädchens vorzusprechen und um Verzeihung zu bitten. Es meldet sich Leopardo, der von der Familie aber als Täter nicht anerkannt wird, weil er nur ein Diener des Hauses ist.

4. Akt:

Vor dem Haus des Kommandanten haben sich viele Neugierige versammelt. Oberst von Falkenberg hat versprochen, allen reinen Wein einzuschenken. Er erzählt, dass sich tatsächlich zugetragen hat, was von Julietta als Traumerzählung missdeutet wird. Sein Bestes hat er gegeben!

Also: Die Familie tut, was sie in der Situation machen kann und nimmt den Oberst in den Schoß der Familie auf. Julietta, der Bruder und die Eltern sind einverstanden! Die Vorbereitungen zur Hochzeit werden getroffen und das Baby kann kommen!


Letzte Änderung am 24.11.2013
Beitrag von Engelbert Hellen