Franz Lehár (1870-1948):

Der Graf von Luxemburg

Allgemeine Angaben zur Operette

Entstehungszeit: 1909
Uraufführung: 12. November 1909 in Wien (Theater an der Wien)
Besetzung: Soli, Chor und Orchester
Erstdruck: Wien: W. Karczag & K. Wallner, 1909
Verlag: Wien: Glocken-Verlag, 1937

Kaufempfehlung

CD: Klassika CD-Kaufempfehlung bei jpc
[Details]
Der Graf von Luxemburg (CPO, DDD, 2012)
Franz Lehar (1870-1948)

klassik-heute. com 12 / 2014: »Daniel Inbal, der mit dem Stück schon seit seiner Zeit an der Wiener Volksoper vertraut ist, trifft mit seinen Musikern das richtige Idiom, bezaubert mit schwereloser Walzer-Eleganz.«
NOZ 11 / 2014: »Eine quicklebendige Aufnahme. Daniel Inbal hat es geschafft, Orchester und Sängerensemble so zu motivieren, dass der Operette wirklich Flügel wachsen. Das Osnabrücker Symphonieorchester spielt schwungvoll, lotet aber auch die Tiefen aus, die Lehar der Partitur untergehoben hat.«
klassik. com 04 / 2015: »Authentisch, vollständig, gut. ... Die nun vollständig erklingende Partitur wird vom hervorragend aufgelegten Osnabrücker Symphonieorchester mit jenem Funkeln und Schmelz versehen, die für Lehars so unabdingbar sind. Der Dirigent Daniel Inbal spornt seine Musiker zu Höchstleistungen an, behält aber bei aller Präzision den Sinn fürs Leichtfüßige. Das klingt sensibel und handfest zugleich – wie ein Rausch, der den Hörer mit feucht-fröhlicher Heiterkeit überfällt, den Betroffenen aber am Weitergehen hindert. Auch das Sängerensemble ist mit hörbarer Spielfreude und genauer Rollenkenntnis am Werk. Das fällt vor allem in den so heiklen Dialogpassagen positiv auf. Man hört deutlich, dass alle Ensemblemitglieder die Bühnenhandlung verinnerlicht und die Operette häufig miteinander gespielt haben.«

DVD: Klassika DVD-Kaufempfehlung bei jpc
[Details]
Der Graf von Luxemburg (CPO, 2005)
Franz Lehar (1870-1948)

Neue Württembergische Zeitung 08 / 06: »Dass diese Operette ein wahres Meisterwerk ist, zeigt der DVD-Live-Mitschnitt vom Klangbogen Festival aus dem Theater an der Wien. Da stimmt nicht nur die spritzig-originelle Inszenierung von Michael Schottenberg, sondern auch die musikalische Realisierung. Alfred Eschwe sorgt mit dem Radio-Symphonieorchester Wien für einen duftigen Lehar-Sound, und die Top-Solisten der internationalen Opernszene, unter ihnen Bo Skovhus, zeigen außerordenlich viel Gespür für das Genre Operette. Ein musikalischer Spaß nicht nur für warme Sommerabende.«
WDR 3 11 / 06: »Eine szenische und musikalische Köstlichkeit, ein Vergnügen der Extraklasse mit dem Prädikat: herausragend. Eine DVD so recht zu verschenken als Sommer-Karneval-Weihnachts-Faschingsvergnügen der Extra-Klasse mit den Wiener Symphonikern unter der musikalischen Gesamtleitung von Alfred Eschwé.«

Zur Operette

Art: Operette in drei Akten
Libretto: Alfred Maria Willner und Robert Bodanzky (nach dem Libretto der Operette "Die Göttin der Vernunft" von Johann Strauß, 1897)
Sprache: deutsch
Ort: Paris
Zeit: Karneval 1900

Personen der Handlung

René: Graf von Luxemburg (Tenor)
Angèle Didier: Sängerin der Grand Opéra (Sopran)
Fürst Basil Basilowitsch: in Angèle verliebt (Tenorbuffo)
Armand Brissard: Maler (Tenorbuffo)
Juliette Vermont: Freundin Brissards (Soubrette)
Stasa Kokozow: frühere Geliebte von Fürst Basilowitsch (Alt)

Handlung

1. Akt:

Juliette und Brissard sind ein liebenswertes Paar, welches sich wunderbar versteht. Er ist von Beruf Maler und besitzt ein Atelier, in dem nicht nur gemalt wird, sondern man trifft sich, ist guter Laune und schaut, was die anderen so treiben. Die Rede ist von Fürst Basil, der sich in die berühmte Opernsängerin Angèle verliebt hat und sie sogar heiraten möchte. So einfach ist das allerdings nicht, denn der Zar von Russland erlaubt nicht, dass Fürsten sich mit einer Bürgerlichen ehelich verbinden. Es muss eine List ausgedacht werden. Wenn man dem Grafen von Luxemburg, der kein Geld hat, Geld geben würde, könnte dieser Angèle heiraten - natürlich nur zum Schein. Der Titel einer Gräfin von Luxemburg bleibt kleben, auch wenn man sich wieder scheiden lässt oder man steigt zur Fürstin auf. Das Risiko besteht darin, dass der verarmte Graf seine Zukünftige nicht zu Gesicht bekommen soll, damit aus Spaß nicht Ernst wird. Er muss seine Hand durch die Leinwand einer Staffelei schieben und die Partnerin schiebt ihm den Ring auf den Finger. Wie das nun mit den Dokumenten laufen soll, daran hat Franz Lehár nicht gedacht. Das ist auch nicht nötig, denn schließlich befinden wir uns in einer Operette. Unter Künstlern und Fürsten läuft alles ein bisschen anders ab als unter konservativen Bürgerlichen. Der Graf von Luxemburg soll seine Leistung natürlich honoriert bekommen, sagen wir 500.000 Francs. Für eine solche Summe kann man schon Opfer bringen. Angèle muss auch ein Opfer bringen, nämlich die Bühnenkarriere aufgeben, weil sie jetzt Fürstin wird. Wird das gut gehen?

2. Akt:

Nein, es geht nicht gut! Die Frist von drei vorgesehenen Monaten ist um. René hat seine Pflicht getan und nun Anspruch auf seine Belohnung. Angèle gibt in ihrem Palais ein Fest, um von der Bühne Abschied zu nehmen. Alle Leute, die der Theaterbesucher aus dem ersten Akt kennt, sind eingeladen. René hatte Angèle auf der Bühne singen gehört und sich - ohne zu wissen, dass sie seine Frau ist - in sie verliebt. Unter dem Titel „Baron von Reval“ ist er zum Abschiedsfest Angèles erschienen. Sie tanzen miteinander und er umwirbt die Schöne nach allen Regeln aristokratischer Kunst. Doch Angèle betont, dass sie bereits verheiratet sei, sich scheiden lassen wird und sich dann sogleich wieder vermählt. Das hält den Grafen von Luxemburg allerdings nicht ab, seine Bemühungen fortzusetzen. Fürst Basil ist über die Anwesenheit Renés überhaupt nicht glücklich und sieht seine Felle bereits davonschwimmen. Jetzt legt er Tempo vor und verkündet den Anwesenden seine Hochzeit mit Angèle. Über Brissards Einwand, dass die Dame bereits verheiratet sei, hört der Fürst geflissentlich hinweg. Er nennt den Mann, der seinen kostbaren Namen für Geld verkauft hat, verächtlich. Das lässt René nun nicht auf sich sitzen und macht seine Rechte geltend. Er gibt sich Angèle zu erkennen und geleitet sie aus dem Saal. Noch ist sie seine Frau, denn die Scheidung wurde noch nicht vollzogen.

3. Akt:

Trotz aller Liebe fühlt René sich an das dem Fürsten gegebene Versprechen gebunden. Eine halbe Million Francs wird er verlieren, wenn er nicht Wort hält. Angèle spottet seiner Zurückhaltung und seiner mangelnden körperlichen Annäherung. Ein Glas Sekt hilft, die Barrieren zu überwinden und man findet sich endlich zum leidenschaftlichen Kuss. Rettung aus höchster Not schickt der Zar von Russland. Die Fürstin Stasa Kokozow, die frühere Geliebte von Fürst Basilowitsch, ist angereist und macht alte Versprechungen geltend. Sie ist noch älter als Basilowitsch, um es genauer zu formulieren, sie ist steinalt, aber viel standesgemäßer, als Angèle es jemals sein könnte. So fügt das Schicksal zusammen, was zusammengehört und trennt, was eigentlich gar nicht zu einander passt. Stasa lässt ihren Altbass ertönen und der Fürst weiß, wo es in Zukunft lang gehen wird. René ist nicht schuld, wenn es ihm verwehrt ist, sein Versprechen einzuhalten. Mit säuerlichem Lächeln erfüllt der Fürst seine finanzielle Verpflichtung. Wir wollen unsere Freunde Brissard und Juliette nicht unerwähnt lassen. Sie profitieren vom Glück des gräflichen Paares. Juliette ist offiziell die neue Gesellschafterin der Gräfin von Luxemburg.


Letzte Änderung am 11.11.2009
Beitrag von Engelbert Hellen