Franz Lehár (1870-1948):

Das Land des Lächelns

englisch The Land of Smiles / französisch Le Pays du Sourire

Allgemeine Angaben zur Operette

Entstehungszeit: 1929
Uraufführung: 10. Oktober 1929 Berlin (Metropol-Theater)
Besetzung: Soli, Chor und Orchester
Erstdruck: Wien: Glocken-Verlag
Bemerkung: Franz Lehár bezeichnete „Das Land des Lächelns“ als seine liebste Operette und zog sie wegen seiner Bühnenwirksamkeit sogar der lustigen Witwe vor. Die Schmalzorgie lebt von einem Strauß herrlich sentimentaler Melodien, so dass man nicht weiß, zu welcher man zuerst greifen soll. Berühmte Tenöre wie Richard Tauber, Peter Anders, Rudolf Schock und Nikolai Gedda fanden Gefallen daran, den chinesischen Prinzen in Liebesglut und Liebesschmerz versinken zu lassen. Sogar die Wiener Staatsoper sah es nicht unter ihrer Würde, die Operette im Jahre 1938 erstmals aufzuführen. New York hat sich mit einer Bearbeitung befasst, die aber zur Zufriedenheit des Komponisten keinen Erfolg hatte. Kaum jemand weiß, dass „Das Land des Lächelns“ eine Aufbereitung von Lehárs komischer Oper „Die gelbe Jacke“ ist, die 1923 ohne Resonanz in der Versenkung verschwand.

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Das Land des Lächelns (CPO, DDD, 2006)
Franz Lehar (1870-1948)

Badische Zeitung 08 / 07: "Trotz veritabler Konkurrenz an Gesamtaufnahmen mit Gedda und Schwarzkopf dürfte hier die erste Referenzproduktion gelungen sein." Pizzicato 10 / 07: "Ulf Schirmer dirigiert Franz Lehars 'Land des Lächelns' mit einer phänomenalen Verve, musikalisch auf sehr hohem Niveau und er holt aus der Partitur mehr raus als man irgendwann je gehört haben dürfte."

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Das Land des Lächelns (DGG, 1973)
Franz Lehar (1870-1948)

Künstler: Plisch-Sarata, Koller, Zednik, Kollo, Lieswehr, RSO Stuttgart, Ebert

Zur Operette

Art: Romantische Operette in drei Akten
Libretto: Ludwig Herzer und Fritz Löhner nach Viktor Léon
Sprache: deutsch
Ort: Wien und Peking
Zeit: Anfang des 20. Jahrhunderts

Personen der Handlung

Lisa: österreichische Adelige (Sopran)
Sou Chong: chinesischer Prinz (Tenor)
Gustav Graf Pottenstein: Dragonerleutnant (Tenor-Buffo)
Mi: Schwester des Prinzen (Soubrette)
Obereunuch: Palastbeamter (Tenor-Buffo)
Ling: Oberpriester (Bariton)
Tschang: Onkel des Prinzen (Sprechrolle)
Graf von Lichtenfels: Vater Lisas (Sprechrolle)
Weitere: Fini, Franzi, Wally, Toni (Sprechrollen)

Handlung

1. Akt:

Die feine Wiener Gesellschaft fühlt sich sehr geschmeichelt, wenn exotische Prinzen bei ihnen zu Besuch weilen. Adelige Damen sind durchaus geneigt, solche seltenen Vögel zu heiraten und ihnen in die Heimat zu folgen. Allerdings haben sie nicht die geringste Vorstellungen, wie es dort zugeht, was sie dort erwartet und wie ihr Tagesablauf aussieht. Der Reiz des Fremdartigen verflüchtigt sich sehr schnell, und die Sehsucht nach der schönen blauen Donau klopft ans Gemüt.

Lisa muss diese bittere Erfahrung machen. Im Salon des Vaters begegnet sie dem chinesischen Prinzen Sou Chong, der in Wien weilt, um abendländisches Ambiente zu genießen und die Bräuche der gehobenen Schichten zu studieren. Auf den Dragonerleutnant Pottenstein, der die junge Witwe aufdringlich umwirbt, hat Lisa keinen Appetit - zu hausbacken.

Der Prinz und die sportliche Gräfin blicken sich tief in die Augen. Immer nur Lächeln führt zu nichts und bei einem Tee a deux kommt man sich näher. Lisa war noch nie in China; Lisa ist entschlussfreudig und hat Handlungsbedarf. Die gemeinsame Reise ins Land des Lächelns ist schon gebucht. Ein Lied will er von Seligkeiten singen, schon jetzt , nicht erst in der Mondnacht im April.

2. Akt:

Die Traumreise mit dem Luxusdampfer ist beendet, und der Prinz zeigt Lisa seinen schönen Palast. Einen Harem hat er offenbar nicht und das Sagen hat der Onkel. Die beiden gehen viel spazieren, und der Prinz zeigt Lisa die architektonischen Schönheiten Pekings. Wenn sie zusammen in der Rikscha sitzen, fragen die beiden sich immerzu, wer ihnen eigentlich die Liebe ins Herz gesenkt hat.

Den Dragonerleutnant Pottenstein hält es nicht länger in Wien. Ohne eine Einladung erhalten zu haben, reist er Lisa hinterher, um zu schauen, was die beiden den ganzen Tag machen. Im Palast von Sou Chong wohnt noch die kleine Schwester Mi. Diese widmet sich dem Besuch aus Europa aus innigstem Herzen. Herrn von Pottenstein bekommt die chinesische Kost gut. Schnell sind beide ein Herz und entdecken ihr gemeinsames Himmelreich.

Der Onkel möchte, dass der Neffe endlich heiratet und hat gleich drei Mandschu-Mädchen für ihn ausgesucht. Auch wenn der Prinz seiner Lisa erklärt, dass sein ganzes Herz ihr gehört, ist sie nicht bereit, Tisch und Bett mit anderen Frauen zu teilen. Sie will wieder nach Hause. Reis kann sie nicht mehr sehen, und sie möchte jetzt wieder Kartoffeln essen.

3. Akt:

Wie gut, dass Gustl gekommen ist. Als Fluchthelfer ist er durchaus zu gebrauchen. Darf Mi mitkommen? Besser nicht, es würde nur Probleme geben! Dem Prinzen bleiben die Abreisegelüste seiner Liebsten nicht verborgen. Die Verehrteste soll nicht traurig sein, wenn sie es absolut so haben will, soll sie verschwinden. Drei kleine Mandschu-Mädchen hält der Onkel für ihn bereit, und mit diesen wird es auch recht lustig werden.

Mi nimmt den Abschied von ihrem Dragonerhauptmann gelassen und das Duett der beiden „Zig, zig, zig – Wenn die Chrysanthemen blühen“ lässt den Opernbesucher hoffen. Wird Gustl eines Tages wiederkommen?


Letzte Änderung am 11.11.2009
Beitrag von Engelbert Hellen