Ruggero Leoncavallo (1857-1919):

Pagliacci

deutsch Der Bajazzo / englisch Players / französisch Paillasse

Allgemeine Angaben zur Oper

Entstehungszeit: 1892
Uraufführung: 22. Mai 1892 in Mailand (Teatro Dal Verme)
Dirigent: Arturo Toscanini
Besetzung: Soli, Chor und Orchester
Spieldauer: ca. 75 Minuten

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Pagliacci (Naxos, ADD, 1954)
Ruggero Leoncavallo (1858-1919)

Hermes Opernlexikon: "Ideale Partnerschaft: Die Callas, di Stefano, Gobbi und Panerai machen die menschlichen Leidenchaften dieser realen Geschichte glaubhaft. Ihr stimmlicher Einsatz, ihr künstlerisches Engagement, dazu Serafins sicher formende Hand ergeben Wahrhaftigkeit des Ausdrucks."

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Cavalleria Rusticana (DGG, 1982)
Pietro Mascagni (1863-1945)

E. Pluta in FonoForum 5 / 02: »Georges Pretre dirigiert beide Werke mit einem Sinn für dramatische Wirkungen bei gleichzeitigem Fingerspitzengefühl für die lyrischen Farbvaleurs.«

Zur Oper

Art: Drama in zwei Akten und einem Prolog
Libretto: Ruggiero Leoncavallo
Sprache: italienisch
Ort: Montalto in Kalabrien
Zeit: 15. August 1865 (Mariä Himmelfahrt)

Personen der Handlung

Canio: Leiter einer Komödiantentruppe (Tenor)
Nedda: Komödiantin, Canios Ehefrau (Sopran)
Tonio: Komödiant (Bariton)
Silvio: Landmann (Bariton)
Beppo: Komödiant (Tenor)
Weitere: Bauern, Landvolk

Handlung

Prolog:

Tonio verkündet den Zuschauern, dass sie heute nicht wie sonst Fabeln und Märchen im Theater sehen, sondern eine wahre Geschichte aus dem täglichen Leben, an die sich der Autor erschüttert noch erinnert.

1. Akt:

Von den Landleuten freudig begrüßt, zieht Canios Komödiantentruppe in ein Dorf bei Montalto ein. Der alternde eifersüchtige Canio ist an diesem Tag schlecht gelaunt und gibt Tonio, der Nedda galant beim Absteigen vom Wagen helfen will, eine heftige Ohrfeige. Ein Bauer lädt Canio und Beppo in die Taverne zum Wein. Tonio gibt vor, sich um den Esel kümmern zu müssen. Als ein Bauer scherzhaft meint, Tonio bleibe nur da, um Nedda zu verführen, droht Canio, jeden zu töten, der sich seiner Frau zu nähern versuche. Dann geht er mit Beppo in die Schenke. Canios Eifersucht ist nicht unbegründet, denn Nedda hat seit langem einen Liebhaber, den sie ruft, nachdem Canio verschwunden ist, um dem ungeliebten Mann entkommen zu können, der sie als armes Mädchen zu sich nahm. Doch nicht Silvio, Neddas Liebhaber, erscheint, sondern Tonio, der Nedda ebenfalls begehrt. Als er zudringlich wird, schlägt Nedda ihn mit der Peitsche. Rache schwörend entfernt er sich. Er bemerkt, wie Silvio herbei eilt und Nedda seine Liebe gesteht. Während Tonio rachsüchtig fortgeht, um Canio über Neddas Rendezvous zu informieren, beschließt das Liebespaar, noch in dieser Nacht zu fliehen. Der sich mit Tonio leise nähernde Canio hört die Abschiedsworte, doch Silvio kann mit Neddas Hilfe entkommen. Vergebens versucht Canio, vor Wut und Eifersucht außer sich, den Namen des Liebhabers zu erfahren. Er wird, als er seine Frau erstechen will, gewaltsam von Beppo und Tonio zurückgehalten und zu der in Kürze beginnenden Vorstellung weggebracht. Tonio beruhigt den Verzweifelten und meint, im Spiel werde sich der Liebhaber schon verraten.

2. Akt:

Bevor die angekündigte Komödie beginnt, warnt Nedda, die Eintrittskarten verkauft, ihren Liebsten vor der Rache ihres Mannes. Das Publikum wird unruhig und schimpft, weil die Vorstellung immer noch nicht begonnen hat, ist aber schnell zufrieden, als sich der Vorhang hebt und das Stück beginnt:

Colombine, die mit Bajazzo verheiratet ist, hat ein Abenteuer mit Harlekin, der ihr eine zärtliche Serenade singt. Auch Taddeo liebt die Schöne, wird aber mit Spott zurückgewiesen. Mit zynischen Worten, die sich auf Nedda beziehen, entfernt sich der Tölpel. Harlekin flirtet mit Colombine. Da stürzt Taddeo herein und warnt die beiden vor dem heraneilenden Bajazzo, der von dem Stelldichein wisse. Schnell verabschiedet sich der Harlekin mit denselben Worten wie zuvor Silvio von Nedda. Bajazzo hört dies und gerät in Zorn. Immer wilder dringt er in Nedda, den Namen ihres Geliebten zu verraten; das Publikum spürt die Echtheit des Spiels und ist hingerissen. Colombine will den Eifersüchtigen beruhigen und versucht, ihre Komödiantenrolle weiterzuspielen, doch ihre Worte klingen in Bajazzos Ohren wie Hohn und Spott. Vor Eifersucht rasend, ersticht Canio zum Entsetzen des Publikums seine Frau und den ihr zu Hilfe eilenden Silvio. Widerstandslos lässt sich Canio festnehmen, während Tonio der Menge bedeutet, das Spiel sei zu Ende.


Letzte Änderung am 21.11.2011