Claudio Monteverdi (1567-1643):

L'Orfeo

Allgemeine Angaben zur Oper

Entstehungszeit: 1606/07
Uraufführung: 24. Februar 1607 in Mantua
Besetzung: 34 Instrumente
Bemerkung: Der Text ist im monodischen Sprechstil durchkomponiert, jedoch bei lyrischen oder dramatischen Höhepunkten mit strophisch gehaltenen, liedartigen Gebilden, mit Ariosi, instrumentalen Zwischenspielen und Chören durchsetzt.
Opus: SV 318

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L'Orfeo (Warner, ADD, 1971)
Claudio Monteverdi (1567-1643)

"Dt. Schallplattenpreis","Edison-Preis" Hermes Opernlexikon: "Nikolaus Harnoncourts Neigung zu drängenden Tempi, die Frische seiner frühen Aufnahmen wirken sich hier vorteilhaft aus: Die 'Favola' wird sehr dramatisch erzählt, die Sänger haben mit Artikulation und Intonation offenbar keine Probleme. Lajos Kozma ist hier viel richtiger eingesetzt als im romantischen Belkanto-Fach."

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L'Orfeo (harmonia mundi, 1998)
Claudio Monteverdi (1567-1643)

M. Brug in FonoForum 01 / 07: "Browns Tänzer mischen sich vollkommen mit dem exzellent intonierenden Collegium Vocale aus Gent. Schlicht ein Ereignis ist Simon Keenlyside als zweifelnder, zögernder, mit seinem Schicksal hadernder Orpheus. Der warmstimmige Sänger mit seiner biegsamen Diktion und seinem weichen Timbre holt die Figur unmittelbar in die Gegenwart. Jacobs mit seiner farbenreichen Instrumentierung und Ritornell-Anreicherung macht die nur karg überlieferte Partitur zum farbenreichen Hörvergnügen."

Zur Oper

Art: Favola in musica ein einem Prolog und fünf Akten
Libretto: Alessandro Striggio
Ort: Thrazien und Unterwelt
Zeit: mythische Zeit

Personen der Handlung

Orfeo: (Tenor)
Euridice: (Sopran)
Die Musik: (Sopran)
Botin: (Mezzosopran)
Hoffnung: (Sopran)
Proserpina: (Sopran bzw. Alt)
Nymphe: (Sopran)
Echo: (Sopran)
Apollo: (Tenor bzw. Bariton)
Charon: (Bass)
Weitere: Pluto (Bass), Hirten, Geister, Soli und Chöre, Ballett

Handlung

Prolog:

Die Musik steigt vom Parnass hernieder. Sie begrüßt die Sterblichen und verheißt ihnen das Lied vom Göttersohn Orpheus, der mit seinem Gesang die wilden Tiere rührte und die Unterwelt bezwang.

1. Akt:

Arkadische Landschaft. Orfeo und Euridice sind jung vermählt. Nymphen und Hirten erfreuen das Paar mit heiteren Liedern. Orfeo preist den Tag, der ihn mit der Geliebten vereint, Euridice rühmt Gott Amor. Die Hirten rufen die Liebenden in den Tempel zum Dankesopfer.

2. Akt:

Waldesdämmer und Wiesen. Orfeo, im Kreise der Nymphen und Hirten, träumt von der Geliebten. Eine Botin meldet, Euridice sei beim Blumenpflücken von einer Natter gebissen worden und gestorben. Orfeo überlässt sich seiner Verzweiflung. Ohne die Geleibte erscheint ihm sein Leben sinnlos. Er will hinabsteigen in die Unterwelt und Euridice von Gott Pluto zurück erbitten.

3. Akt:

Geführt von der Göttin Hoffnung, gelangt Orfeo an die Pforte der Unterwelt zu Charon, dem Fährmann, der die Seelen der Verstorbenen auf seinem Nachen üder den schwarzen See ins Reich der Toten bringt. "Lasst alle Hoffung fahren, ihr die ihr eintretet"; diese Worte am Eingang zur Unterwelt zwingen die Göttin, Orfeo allein zu lassen. Charon will ihn nicht über den See rudern, doch Orfeo schläfert ihn mit seinem Klagelied und, besteigt den Nachen und dringt in die Unterwelt vor.

4. Akt:

Orfeo rührt mit seinem Gesang Proserpina, die Gattin Plutos, der über die Schatten herrscht. Sie bittet Pluto, er möge des Sängers Wunsch erfüllen und ihm Euridice zurück geben. Pluto willigt ein unter der Bedingung, Orfeo dürfe Euridice nicht ansehen, solange er mit ihr im Totenreich sei. Orfeo will es wagen. Euridice löst sich von den Schatten und folgt ihm. Unterwegs wähnt er Furien zu hören, die sie ihm rauben wollen, und wendet sich in höchster Angst um. Er sieht Euridice, will sie an sich ziehen - doch ihr Bild löst sich in Nichts auf. In seiner Verzweiflung will Orfeo ihr zu den Schatten folgen, doch eine höhere Macht zwing ihn ins Leben zurück.

5. Akt:

Orfeo klagt der Natur sein Leid, sie stimmt in seinen Gesang als zartes Echo ein. Und Orfeo empfängt den Lohn für seine unwandelbare Liebe. Apollo schwebt auf einer goldenen Wolke hernieder und entrückt ihn zu den Sternen. Dort wird ihn Euridices Bild auf immer entzücken. Die Hirten preisen seine Verklärung.


Letzte Änderung am 13.10.2007