Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791):

Zaide

Allgemeine Angaben zum Singspiel

Anlass: komponiert für die Böhmische Truppe, die 1779 in Salzburg gastierte
Entstehungszeit: 1779/80
Uraufführung: 27. Januar 1866 in Frankfurt am Main (Opernhaus)
Besetzung: Solisten, Chor und Orchester
Erstdruck: Offenbach: André, 1838
Bemerkung: Zu Mozarts Lebzeiten ist keine Aufführung zustande gekommen, in Salzburg und Wien fand sich niemand für eine Aufführung. Da der Handlungsfaden im zweiten Akt sehr schell voran schreitet, kann davon ausgegangen werden, dass urspünglich drei Akte vorgesehen waren.
Opus: KV 344
KV2 344
KV3 336b
KV6 336b

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[Details]
Zaide KV 344 (DHM, DDD, 2005)
Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)

E. Pluta in FonoForum 10 / 06: "Der zweite Abschnitt der Sinfonie Es-Dur Nr. 26 greift mit unendlicher Traurigkeit ans Herz - Ausdruckstiefe, wie man sie noch vor wenigen Jahrzehnten bei Mozart nie vermutet hätte." Audio 10 / 06: "Damrau und Schade singen einfach göttlich."

Zum Singspiel

Art: Deutsches Singspiel in zwei Akten
Libretto: Johann Andreas Schachtner (1731-1795) nach "Das Serail"
Sprache: deutsch
Ort: Türkei
Zeit: 16. Jahrhundert

Personen der Handlung

Soliman: Sultan (Tenor)
Allazim: sein vertrauter Sklave (Bass)
Zaide: eine junge Sklavin (Sopran)
Gomatz: ein junger Sklave (Tenor)
Osmin: Palast-Aufseher (Bass)
Weitere: Sklaven und Wachen

Handlung

1. Akt:

Einst wurde Gomatz von Türken gefangen genommen und muss nun in Sultan Solimans Palast als Sklave sein Leben verbringen. Zwar beklagt er sein Schicksal, doch sein Tost in dieser Zeit ist Zaide, die schöne Sklavin, in die er sich verliebt hat. Doch auch der Sultan ist von Zaide angetan. Sie aber weist seine Annäherungsversuche immer wieder zurück.

Zaide gesteht Gomatz, dass auch sie ihn liebt. Als sie erkennen, dass sie beide aus Europa in die Türkei verschleppt wurden, planen sie eine Flucht. Diese ist der einzige Ausweg. Sie können Allazim, den Vertrauten des Sultans, für ihren Fluchtplan gewinnen. Dieser besorgt ihnen türkische Kleidung und ein Boot, mit dem sie zu dritt aufs offene Meer fliehen.

2. Akt:

Die Nachricht von der Flucht seiner beiden Sklaven Zaide und Gomatz macht den Sultan rasend. Außer sich vor Zorn beschließt er seine Rache. Osmin nutzt die Gunst der Stunde - er will in der Diensthierarchie des Sultans aufsteigen - und berichtet, dass Allazim den beiden zur Flucht verholfen hat und auch verschwunden ist.

Die Wachen haben es geschafft, das Boot der drei Flüchtigen aufzubringen und diese unbeschadet zurück in den Sultanspalast zu verfrachten. Soliman lässt keine Gnade walten und verurteilt sie zum Tode als er erfährt, dass seine Zaide Gomatz liebt. Allazim fleht um Gnade und erzählt, wie er vor Jahren einer türkischen Galeere zur Hilfe geeilt ist, als diese von Piraten bedroht wurde. Soliman war der Kapitän dieser Galeere, erkennt seinen Retter und schenkt allen die Freiheit.


Letzte Änderung am 23.7.2006
Beitrag von Markus Hillenbrand