Josef Mysliveček (1737-1781):

Medonte

Allgemeine Angaben zur Oper

Anlass: Karnaval 1780
Entstehungszeit: 1780
Uraufführung: 1780 in Rom (Teatro Argentina)
Besetzung: Soli, Chor und Orchester
Spieldauer: ca. 140 Minuten

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[Details]
Medonte (DHM, DDD, 2010)
Josef Myslivecek (1737-1781)

Künstler: Juanita Lascarro, Thomas Michael Allen, L'Arte del Mondo, Werner Erhardt

Zur Oper

Art: Oper in drei Akten
Libretto: Giovanni de Gamerra
Sprache: italienisch
Ort: Griechenland
Zeit: Antike

Personen der Handlung

Medonte: König von Epirus (Tenor)
Selene: Tochter von König Aglauos und Prinzessin von Argos (Sopran)
Arsace: königlicher Prinz von Dodona, Heerführer der Armeen von Epirus (Mezzosopran)
Evandro: Edler von Epirus und Kommandeur der königlichen Leibwache (Sopran)
Zerlinda: Prinzessin aus Thessalien, befreundet mit Medonte und diesem tributpflichtig (Sopran)
Talete: Edler aus Argos (Mezzosopran)

Vorbemerkung

Anlässlich seines Aufenthaltes in Argos verliebt sich Prinz Arsace in Selene, die Tochter des Königs Aglauos. Er trifft auf Gegenliebe, stößt aber auf den Widerstand des Vaters und aus einer dauerhaften Verbindung wird vorläufig nichts. Der Zufall will es, dass der gefürchtete König Medonte einige Jahre später anlässlich eines Feldzuges ebenfalls ins Argos weilt. Auch er verliebt sich in Selene. Er hält beim Vater um ihre Hand an und bekommt aus politischen Erwägungen den Zuschlag. Medonte nimmt Selene mit nach Epirus.

Handlung

1. Akt:

Als oberster Heerführer gewinnt Arsace das Vertrauen Medontes und hat sich in seine Dienste begeben. Er erfährt von dem Hauptmann der königlichen Leibwache, dass der König sein Rivale ist und sucht nach einem Weg, wie er sich verhalten soll. Evandro sagt ihm, dass keine Wahl anstehe, sondern er seine Pflicht zu erfüllen habe und sich von seiner Liebe verabschieden muss. Seine berufliche Zukunft habe Vorrang.

Die thessalische Prinzessin Zerlinda befindet sich beim Festzug in Arsaces Begleitung. Medonte wundert sich, weshalb sein Feldherr an seinem Festtag ein bekümmertes Gesicht macht und sich im Hintergrund hält. Er stellt ihn zur Rede. Weiß er nicht, dass er ebenfalls eine Beziehung zu Selene hatte und Arsace sie das erste Mal seit langer Zeit wiedersieht? Des Königs Misstrauen ist geweckt, doch Selene reagiert geschickt und versichert dem König doppelsinnig, dass sie eine treue Liebende sei.

2. Akt:

Der Edelmann Talete, der in Selenes Gefolge nach Epirus gekommen ist, beteuert gegenüber Zerlinda die Tugend Selenes. Mittlerweile aber hat Evandro auch die Verbindung zwischen Arsace und Selene entdeckt. Zerlinda rät Medonte daraufhin zur List, um das heimliche Liebespaar endgültig zu überführen. Schließlich gelingt es ihm, die beiden zum Geständnis zu bringen und sinnt auf Rache.

Selene wurde von ihm in einen unterirdischen Tempel eingesperrt. Bei dem Versuch sie zu befreien gelingt es Arsace, in den Tempel vorzudringen, lässt sich aber erwischen und wird festgenommen. Er ist bereit, für seine Liebe in den Tod zu gehen. Das waren noch Zeiten!

Selene fleht Evandro um Hilfe an, der schließlich verspricht, für Arsace mildernde Umstände zu erwirken. Medonte bietet indessen Selene an, ihre Strafe auszusetzen, wenn sie nun doch noch die Ehe mit ihm eingehe. Hochmütig - obwohl ihre Situation es nicht erlaubt - weist sie ihn ab.

In Epirus kommt es unterdessen zu offenen Kampfhandlungen. Evandro und Talete verbünden sich gegen Medonte. Sie können ihre gemeinsame Position dadurch stärken und argumentieren, dass Arsace seine Freiheit wieder erlangen soll. Doch Medonte kann noch einmal zurückschlagen und bringt Arsace und Selene endgültig in seine Gewalt und will seine Rache vollziehen.

3. Akt:

Mittlerweile stellen sich große Teile der Truppen gegen den König. Arsace sieht keinen Sinn in der kollektiven Auseinandersetzung und fordert Medonte zum Zweikampf auf Leben und Tod heraus. Medonte verliert dem Kampf. Arsace schenkt ihm nicht nur großmütig Leben und Freiheit, sondern belässt ihm auch sein Königreich.

Arsace und Selene kehren glücklich vereint nach Argos zurück.


Letzte Änderung am 19.7.2015
Beitrag von Engelbert Hellen