Giacomo Puccini (1858-1924):

Tosca

französisch La Tosca

Allgemeine Angaben zur Oper

Entstehungszeit: 1896-99
Uraufführung: 14. Januar 1900 in Rom (Teatro Costanzi)
Besetzung: Soli, Chor (SSATTB), Kinderchor und Orchester
Spieldauer: ca. 110 Minuten
Erstdruck: Mailand: Ricordi, 1899
Verlag: New York: Schirmer, 1956
Opus: SC 69

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Tosca (Decca, ADD, 1962)
Giacomo Puccini (1858-1924)

K. Breh in stereoplay 1 / 89:"...Diese 27 Jahre alte Aufnahme aus den Wiener Sofiensälen klingt heute noch so, als ob sie gerade erst von einem erstklassigen Team produziert wor- den wäre. Auch vom Musikalischen her zählt Tosca zur ersten Garnitur unter den Konkur- renzaufnahmen."

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Tosca (DGG, 1984)
Giacomo Puccini (1858-1924)

E. Pluta in FonoForum 11 / 06: "Placido Domingo zeigt sich in guter Form, sowohl im Lyrismus der Arien wie in den schnmetternden 'Vittoria'-Rufen, und spielt ihn selbstreferentiell. Cornell McNeil singt den Scarpia mit ungebremster Wucht und spielt ihn absolut filmreif, frei von Opernklischees, detailgenau in Mimik und Gestik. Und der 70-jährige Italo Tajo macht aus dem Mesner ein ausgefeiltes Kabinettstückchen."

Zur Oper

Art: Melodramma in drei Akten
Libretto: Giuseppe Giacosa und Luigi Illica nach dem Schauspiel 'La Tosca' von Victorien Sardou
Sprache: italienisch
Ort: Rom
Zeit: 1800, kurz nach dem Sieg Napoleons über die Österreicher und Neapolitaner bei Marengo am 14. Juni

Personen der Handlung

Floria Tosca: eine gefeierte Sängerin (Sopran)
Mario Cavaradossi: ein Maler (Tenor)
Baron Scarpia: Polizeichef (Bariton)
Cesare Angelotti: ein entflohener politischer Gefangener (Bass)
Il Sagrestano: der Mesner (Kirchen-/Messdiener) (Bariton)
Spoletta: Polizeiagent (Tenor)
Sciarrone: Polizist (Bass)
Weitere: ein Schließer, ein Hirtenjunge, ein Kardinal, ein Richter, Geistliche, Chorschüler, Kapellsänger, Edelleute, Soldaten, Polizeiagenten, Bürger, Volk

Handlung

"Die Schlächterarbeit im Kleide des Liebenswürdigen" schildert die politische Situation in Rom um 1800. Die skrupellose Geheimpolizei unter Baron Vitello Scarpia schreckt zur Verfolgung politischer Gegner vor Folter und Mord nicht zurück. Die Sängerin Floria Tosca gerät in die Fänge dieser Maschinerie, als ihr Geliebter, der Maler Cavaradossi, dem wegen Hochverrats eingekerkerten Angelotti zur Flucht verhilft.

Der Polizeichef Scarpia bietet Tosca zynisch die Möglichkeit das Leben ihres Geliebten zu retten, indem sie sich ihm hingeben soll. Um sich vor den Zugriffen Scarpias zu retten, ersticht sie ihn und hofft, nach der "Scheinhinrichtung" mit dem todgeglaubten Cavaradossi entfliehen zu können. Doch dem Sog aus Macht und Gewalt kann sie nicht entkommen. Die als "Spiel" inszenierte Hinrichtung ihres Geliebten erweist sich als Wirklichkeit. Schockiert vom Tod ihres Geliebten, entsetzt über den teuflischen Betrug des Polizeichefs und gejagt von der Polizei, gibt es für sie nur noch einen Ausweg: den Sturz von der Engelsburg.

Handlung

1. Akt:

Angelotti, der ehemalige Konsul der Republik Rom, ist dem Staatsgefängnis der Engelsburg entflohen und sucht Zuflucht in der Kirche Sant'Andrea della Valle. In ihrer Kapelle dort hat seine Schwester, die Gräfin Attavanti, einen Schlüssel zu einem Versteck hinterlegt. Angelotti muss sich verbergen, weil ein Mesner kommt. Entrüstet stellt dieser bei seinem Besuch fest, dass der Maler Cavaradossi auf dem Altarbild, an dem er arbeitet, der Gestalt der Maria Magdalena die Züge einer schönen Unbekannten gegeben hat, die in letzter Zeit oft im Gebet versunken in der Kirche zu finden war. Zwar gesteht Cavaradossi, dass die Schöne, ohne es zu wissen, ihm als Modell gedient hat, aber sein Herz gehöre allein seiner Geliebten, der Sängerin Floria Tosca, deren Bild dem der anderen ähnlich sei. Als der Mesner geht, kommt Angelotti aus seinem Versteck, da er glaubt, nun allein zu sein. Er erkennt seinen Freund, den Maler Cavaradossi. Dieser ist bereit, ihm weiterzuhelfen. Um mit dem Flüchtling nicht überrascht zu werden, verschließt der Maler das Kirchengitter. Da erscheint Tosca. Die verschlossene Tür macht sie eifersüchtig. Cavaradossi kann sie beschwichtigen. Es wird ein Treffen für den Abend verabredet. Erneut aber erwacht die Eifersucht Toscas, als sie auf dem von Cavaradossi gemalten Bild die Gräfin Attavanti erkennt. Nochmals gelingt es dem Maler, sie von seiner Treue zu überzeugen. Kaum hat sie die Kirche verlassen, da verkündet ein Kanonenschuss die Entdeckung der Flucht Angelottis. Eile ist geboten, und so entschließt sich Cavaradossi, den Flüchtling in einem Brunnen im Garten seiner Villa zu verstecken. Als der Mesner mit der Neuigkeit die Kirche betritt, dass die italienischen und österreichischen Truppen Napoleon geschlagen hätten, ist Cavaradossi verschwunden. Voll Begeisterung über den errungenen Sieg ruft der Mesriet seine Kantorei zusammen. Der jubelnde Tumult wird erstickt durch den Auftritt des gefürchteten Polizeichefs Scarpia, der mit seinen Schergen die Verfolgung Angelottis aufgenommen hat. Ein in der Kapelle gefundener Fächer der Attavanti zeigt ihm, dass er auf der richtigen Spur ist. Scarpia entdeckt auch die Züge der Attavanti auf dem Bilde Cavaradossis. Und als nun Tosca zurückkehrt, um dem Maler zu sagen, dass sie abends auf dem Siegesfest der Königin singen müsse, schürt Scarpia ihre Eifersucht, um von ihr etwas zu erfahren, und hetzt Spoletta und seine Sbirren auf ihre Spur.

2. Akt:

Am Abend erwartet Scarpia Tosca auf seinem Zimmer, während ein Stockwerk tiefer die Siegesfeier der Königin beginnt. Spoletta erscheint, aber ohne den entflohenen Angelotti. An seiner Stelle hat er Cavaradossi festgenommen, den Scarpia nicht zu einem Geständnis bringen kann. Als Tosca das Zimmer betritt, warnt sie der Maler, nichts zu verraten. Scarpia befiehlt, den Maler im Nebenraum foltern zu lassen. Gequält durch die Schreie des Geliebten, verrät Tosca das Versteck Angelottis. Die Folterung wird beendet. Als aber Cavaradossi hört, dass nicht die italienischen und österreichischen Truppen, sondern Napoleon gesiegt hat, bekennt er sich leidenschaftlich zu seinen politischen Idealen. Scarpia lässt ihn wegschleppen und erklärt der zurückgehalteneu Tosca, dass Cavaradossi damit endgültig sein Leben verwirkt hat. Tosca bittet um das Leben ihres Geliebten, und Scarpla verspricht ihr schließlich, Cavaradossi nur zum Schein erschießen zu lassen, wenn sie sich ihm dafür hingeben würde. Völlig verzweifelt willigt Tosca ein. Als je doch Scarpia den Passierschein, der ihr und Cavaradossi die Freiheit geben soll, Tosca überreichen will, nimmt sie ein Messer vom Tisch und ersticht Scarpia.

3. Akt:

Bei Anbruch des Tages wird auf der Engelsburg die Erschießung Cavaradossis vorbereitet. Es gelingt dem Maler, von einem Schließer Papier und einen Schreibstift zu bekommen, um Tosca ein paar Abschiedszeilen zu schreiben. Erinnerungen überwältigen ihn. Plötzlich steht Tosca selbst da und berichtet ihm, was geschehen ist. Sie sagt ihm, dass das Urteil nur zum Schein vollstreckt werden soll. Das Erschießungskommando erscheint. Cavaradossi bricht unter der Gewehrsalve tot zusammen. Tosca entdeckt verzweifelt, dass Scarpia sie betrogen hat. Scarpias Leiche ist gefunden worden, die Häscher nahen. Tosca stürzt sich von der Engelsburg in die Tiefe.


Letzte Änderung am 17.10.2007