Giacomo Puccini (1858-1924):

Il tabarro

deutsch Der Mantel / englisch The Cloak / französisch La Houppelande

Allgemeine Angaben zur Oper

Entstehungszeit: 1913-16
Uraufführung: 14. Dezember 1918 in New York (Metropolitan Opera) unter der Leitung von Roberto Moranzoni
28. Januar 1922 in Rom (Teatro Costanzi, in der endgültigen Version)
Besetzung: Solisten, Chor (SSTB) und Orchester
Spieldauer: ca. 60 Minuten
Erstdruck: Mailand: Ricordi, 1918
Verlag: Mailand: Ricordi, 1980
Opus: SC 85

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[Details]
Il Tabarro (Orfeo, ADD/m/LA, 73)
Giacomo Puccini (1858-1924)

E. Pluta in FonoForum 10 / 98: "Wolfgang Sawalisch schenkt Puccinis Partitur die Aufmerksamkeit, die ihr zusteht. Er vermeidet grelle Effekte und ausladende Sentimen- talität, arbeitet dagegen mit Hingabe an den oftmals geradezu impressionistischen Stimmungsvaleurs."

Zur Oper

Art: Oper in einem Akt
Libretto: Giuseppe Adami (1878-1946) nach dem Stück 'La Houppelande' des französischen Autors Didier Gold
Sprache: italienisch
Ort: Paris
Zeit: um 1910

Personen der Handlung

Michele: Führer eines Schleppkahnes im Pariser Hafen (Bariton)
Luigi: ein Löscher im Pariser Hafen (Tenor)
Giorgetta: Frau von Michele (Sopran)
Tinca: ein Löscher im Pariser Hafen (Tenor)
Talpa: ein Löscher im Pariser Hafen (Bass)
Frugola: Talpas Frau (Mezzosopran)
Weitere: ein Liedverkäufer (Tenor), Löscher, Midinetten (Näherinnen), Spaziergänger

Handlung

Michele ist der Besitzer eines Lastkahns, der an der Seine anliegt und gerade von seinen Arbeitern entladen wird. Giorgetta, Micheles junge Frau, bietet den Arbeitern eine Erfrischung an. Als ein Leierkastenmann vorbeikommt, lässt der noch jüngere Luigi ein Tanzlied spielen. Bis zur Rückkehr Micheles tanzen Luigi und Giorgetta Arm in Arm.

Midinetten (Näherinnen) treten zusammen mit einem Liedverkäufer auf, der für sie ein trauriges Lied spielt. Frugola, Talpas Frau, kommt dazu und klagt ihr Leid als Lumpensammlerin und Ehefrau eines Trinkers. Luigi und Giorgetta verabreden sich indes wieder für ein nächtliches Stelldichein auf dem Kahn. Ein angezündetes Streichholz soll wie in der letzten Nacht das Zeichen sein, auf das Luigi in Giorgettas Kammer kommen soll.

Zurück auf dem Kahn streiten sich Giorgetta und Michele; ihre Liebe zu ihm scheint nach dem Tod des gemeinsamen Kindes erloschen zu sein. Michele bleibt alleine zurück und ergibt sich dem Selbstmitleid. Dann zündet er sich vor der Luke eine Pfeife an. Luigi sieht das Zeichen ... und betritt die falsche Kammer. Michele sieht den Eindringling, packt ihn und würgt ihn so lange, bis dieser seine Affäre mit Giorgetta zugibt. Dann tötet er ihn.

Giorgetta hört den Lärm und rennt zu Michele. Sie möchte ihn um Verzeihung bitten und sich zusammen mit ihm unter dem großen Mantel wärmen. Denn unter diesem Mantel hat sich so manches Glück und so manches Leid verborgen. Luigi öffnet den Mantel und zeigt der entsetzen Giorgetta die Leiche Luigis.


Letzte Änderung am 17.10.2007
Beitrag von Markus Hillenbrand