Emil Nikolaus von Reznicek (1860-1945):

Benzin

Allgemeine Angaben zur Oper

Entstehungszeit: 1928-29
Uraufführung: 28. November 2010 in Chemniz (Opernhaus)
Besetzung: Soli, Chor und Orchester

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[Details]
Benzin (CPO, DDD, 2010)
Emil Nikolaus von Reznicek (1860-1945)

der-neue-merker. eu 12 / 2017: »Eine Empfehlung für alle Melomanen, die kurzweilige Unterhaltung schätzen und auch bei einem Krimi oder einem Liebesroman nicht gleich den Mund verziehen.»
klassik-heute. de 01 / 2018: »Musikalisch blieben jedoch keine Wünsche offen, wie jetzt bei der späten Veröffentlichung auf CD nachzuprüfen ist. Der seinerzeitige GMD Frank Beermann machte das Projekt zur Chefsache und glänzte mit einer Einstudierung, der es an Sorgfalt und liebevoller Detailarbeit nirgends mangelt. Die Robert-Schumann-Philharmonie zeigt sich im spätromantischen Klangrausch ebenso zuhause wie in der kammermusikalischen Delikatesse des Notturno und in den beschwingten U-Musik-Rhythmen.«

klassik. com 05 / 2018: »Wer allerdings das aufregende Bild des Musiktheaters der 1920er Jahre um eine bemerkenswerte Nuance erweitern will, ist hier goldrichtig.«

Zur Oper

Art: Heiter-phantastisches Spiel mit Musik
Libretto: Emil Nikolaus von Reznicek, frei nach Calderón de la Barca
Sprache: deutsch
Zeit: 1929

Handlung

Bei seinem Weltrekordflug um den Äquator muss Zeppelin-Kommandant Ulysses Eisenhardt wegen Treibstoffmangels auf einer mysteriösen Insel notlanden. Benzin als Treibstoff gibt es hier zwar in nahezu unbegrenzten Mengen, aber auch eine Tochter eines amerikanischen Milliardärs namens Gladys. Ihr Hypnose-Tick, alle männlichen Inselbewohner in Tiere zu verwandeln, lässt Eisenhardts Mission fast scheitern. Dies liegt an seinem starken Willen und ihrer heißen Liebe zu ihm. Alle gekränkte Eitelkeit vergessen, schwebt sie glücklich mit ihm davon.

Beschreibung

Eine genauere Betrachtung der Oper zeigt, dass es sich dabei mitnichten um eine leichtfüßige Operette handelt, sondern um ein skurriles, phantastisches Spiel à la E. T. A. Hoffmann, bei dem die groteske Überzeichnung nur die Funktion hat, die Abgründe und Gefährdungen menschlicher Existenz erträglich zu gestalten. Die Musik ist sehr stark von Tanzformen durchsetzt. Das verhilft einerseits zu einer Charakterisierung der Gesellschaftsschichten, in der die Handlung der Oper spielt, ergibt aber anderseits im Gesamteindruck den von Reznicek beabsichtigten »leichten Ton«, den der Komponist für dieses Werk wünscht. Polacca und Foxtrott, Boston lente und Tempo di Valse stehen neben einem Tango und einem Galopp presto. Die klangliche Einkleidung lässt nichts zu wünschen übrig; sie bringt natürlich auch Propellergeräusche, Sirenen, Hammer und Amboss unter, wie es sich für einen Flughafen gehört.


Letzte Änderung am 3.12.2017