Giuseppe Verdi (1813-1901):

Les Vêspres siciliennes

deutsch Die sizilianische Vesper

Allgemeine Angaben zur Oper

Anlass: komponiert für die Pariser Opéra anlässlich der Weltausstellung
Uraufführung: 13. Juni 1855 in Paris
Spieldauer: ca. 200 Minuten

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I Vespri Siciliani (Line, AAD/m/LA, 51)
Giuseppe Verdi (1813-1901)

Hermes Opernlexikon: "Einmal mehr ist jener Mut zum Risiko zu bewundern, der jedes Auftreten der Callas zu einem Abenteuer macht. Sie und Christoff formen ihre Figuren und deren Klangbild."

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I Vespri Siciliani (Opus Arte, 1989)
Giuseppe Verdi (1813-1901)

FonoForum 04 / 05: "Große Oper al la Scala bietet die italienische Fassung von Verdis nach wie vor zu Unrecht selten angesetzter, einst für Paris komponierter "Sizilianische Vesper". Riccardo Muti half - elegant voranpeitschend - solchem zur 'inaugurazione' 1989 ab und präsentierte seine bewährten Lieblingsprotagonisten dieser Jahre."

Zur Oper

Art: Oper in fünf Akten
Libretto: Eugène Scribe und Charles Duveyrier
Sprache: französisch
Ort: Palermo
Zeit: 1282

Personen der Handlung

Herzog de Monfort   : Gouverneur von Sizilien (Bariton)
Sire de Bethune   : französischer Offizier (Bass)
Graf Vaudemont   : französischer Offizier (Tenor)
Arigo   : ein junger Sizilianer (Tenor)
Giovanni da Procida   : ein sizilianischer Arzt (Bass)
Herzogin Elena   : Schwester des Herzogs Friedrich von Österreich (Sopran)
Ninetta   : ihre Zofe (Mezzosopran)
Thibaut   : ein französischer Unterführer (Tenor)
Robert   : ein französischer Unterführer (Bass)
Weitere: französische Soldaten, Volk, Gäste Monforts

Vorbemerkung

Das Libretto verwertet frei Motive aus dem Aufstand Siziliens gegen Frankreich im Jahre 1282, der Sizilien die Freiheit brachte und als "Sizilianische Vesper" in die Geschichte einging, da er zur Vesperzeit in Palermo ausbrach.

Handlung

1. Akt:

Die Franzosen haben unter Führung Guy Montforts Sizilien erobert, Friedrich von Österreich, Elenas Bruder, hinrichten lassen und ein Schreckensregime errichtet. Die Soldaten reizen und quälen das entrechtete Volk und fordern Herzogin Elena auf, ein Lied zu singen. Diese beschwört die Sizilianer in kaum verhüllten Worten, die verhassten Fremden zu vertreiben. Das Erscheinen des gefürchteten Gouverneurs verhindert zunächst einen Aufstand, das Volk zieht sich zurück. Montfort hält Arrigo zurück, einen jungen Sizilianer, der Elena liebt. Er interessiert sich für die persönlichen Verhältnisse des jungen Edelmannes und bittet ihn, die Bindung an Elena aufzugeben, wozu Arrigo nicht bereit ist.

2. Akt:

Procida, ein berühmter Arzt und das Haupt der sizilianischen Freiheitsbewegung, ist von einer langen Reise zurückgekehrt, auf der er überall um Hilfe für sein Vaterland gebeten hat. Er bittet Arrigo und Elena ihm zu helfen einen Aufstand vorzubereiten, dann sei ihnen die Hilfe von Byzanz und Aragon sicher. In diesem Augenblick wird Arrigo von Montfort zu einem Fest gebeten und als er sich weigert, mit Gewalt fortgebracht. Als sich französische Soldaten, von Procida aufgestachelt, unter den Hochzeitszug sizilianischer Brautpaare mischen und die Bräute entführen, rottet sich das Volk zusammen.

3. Akt:

Der Gouverneur hat erfahren, dass Arrigo sein Sohn ist, gibt sich ihm zu erkennen und stürzt ihn in schwere Konflikte. So verrät Arrigo halb von Sinnen seinem Vater, dass er auf einem Maskenfest von Verschwörern getötet werden soll. Montfort lässt die Sizilianer, darunter Procida, festnehmen und alle zum Tode verurteilen. Die Franzosen feiern fröhlich weiter, während Arrigo, von den Sizilianern als Verräter verflucht, verzweifelt zurückbleibt.

4. Akt:

Arrigo lässt sich zu den in der Festung von Palermo gefangenen Verschwörern und Elena bringen. Seiner Geliebten erklärt er, dass Montfort sein Vater ist. Elena versteht und verzeiht ihm. Auf Arrigos Bitten will der Gouverneur den Verschwörern Freiheit schenken, wenn sein Sohn ihn einmal Vater nenne. Montfort befreit die Eingekerkerten und will Arrigo mit Elena verbinden, um Sizilien zu befrieden. Während alle jubeln, schmieden Procida und seine Anhänger neue Rachepläne.

5. Akt:

Die Sizilianer haben beschlossen, am Hochzeitstag von Elena beim Erklingen der Hochzeitsglocke den Aufstand zu beginnen. Vergebens versucht Elena, Procida umzustimmen und ist mit sich uneins, ob sie Arrigo alles entdecken soll. Die Herzogin versucht im letzten Moment, die Hochzeit zu verhindern, doch Montfort erscheint und lässt die Glocken läuten. Die Sizilianer stürzen von allen Seiten herbei und machen die Franzosen nieder, darunter auch Arrigo, der seinen Vater verteidigt.


Letzte Änderung am 4.1.2007