Giuseppe Verdi (1813-1901):

Otello

deutsch Othello

Allgemeine Angaben zur Oper

Uraufführung: 5. Februar 1887 an der Mailänder Scala
Spieldauer: ca. 130 Minuten

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Otello (Decca, ADD, 77)
Giuseppe Verdi (1813-1901)

G. Heinsen in orpheus 5 / 94: "Carlo Cossuttas blendend gesungener Otello und die Wiener bieten Bestes. Margaret Price ist für die Desdemona eine Idealbesetzung."

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Otello (DGG, 1973)
Giuseppe Verdi (1813-1901)

Künstler: Jon Vickers, Mirella Freni, Peter Glossop, Stefania Malagu, Jose van Dam, Berliner Philharmoniker, Herbert von Karajan (141')

Zur Oper

Art: Oper in vier Akten
Libretto: Arrigo Boito nach Shakespeares Drama
Sprache: italienisch
Ort: Zypern
Zeit: 15. Jahrhundert

Personen der Handlung

Otello: Mohr, venezianischer Feldherr und Statthalter von Zypern
Desdemonda: seine Frau
Jago: Fähnrich, haßt Otello
Cassio: Hauptmann und Konkurrent Jagos
Emilia: Vertraute Desmondas
Lodovico: venezianischer Gesandter
Montano: Otellos Vorgänger auf Zypern
Roderigo: venezianischer Edelmann
Weitere: ein Herold

Handlung

Der Bösewicht Jago bringt seinen Freund Otello aus Rache so weit, dass er an der Treue seiner Frau Desdemonda zweifelt. Aus Eifersucht tötet er sie. Nachdem jedoch die Lügen Jagos aufgedeckt werden, bringt sicht Otello aus Verzweiflung über seine Tat selbst um.

Handlung

1. Akt:

Es ist Nacht. Ein gewaltiger Sturm tobt. Einige Bürger erwarten die Ankunft Otellos und beobachten beunruhigt seinen Kampf mit den Elementen. Nach seiner glücklichen Landung auf Zypern verkündet Otello die Niederlage der feindlichen Flotte. Otello hat Cassio Jago vorgezogen und ihn zum Haupt mann befördert. Jagos nagender Groll über diese Zurücksetzung wendet sich in Rachegedanken. Während die Einwohner feiern, gelingt es Jago, Cassio betrunken zu machen und einen Streit zwischen ihm und Roderigo, der Otellos Frau Desdemona liebt, zu provozieren. Nun völlig betrunken, greift Cassio sogar Montano, den früheren Gouverneur der Insel an. Auf dem Höhepunkt des Streites erscheint Otello, gefolgt von Desdemona. Scheinheilig leugnet Jago, an dem Zwischenfall beteiligt gewesen zu sein. Otello gibt Cassio die Schuld und degradiert ihn. Er schickt alle fort und bleibt allein mit Desdemona. Sie durchleben noch einmal ihre anfängliche Liebe und vollziehen leidenschaftlich ihre Hochzeitsnacht.

2. Akt:

Auf Jagos Rat bittet Cassio Desdemona, sich bei Otello für ihn einzusetzen. Alleingelassen meditiert Jago zynisch über Gott und die Menschheit. Als Otello hinzutritt, warnt Jago ihn vor den Gefahren der Eifersucht und deutet an, daß Desdemona untreu sein könnte. Zur gleichen Zeit preisen die Einwohner Desdemonas Schönheit und Güte. Desdemonas Eintreten für Cassio wird von Otello so heftig zurückgewiesen, daß sie fürchtet, er sei krank. Desdemona versucht, seine Kopfschmerzen durch das Auflegen eines Tuches, das sein erstes Geschenk an sie war, zu lindern, doch Otello wirft es auf den Boden. Emilia, Jagos Frau und Desdemonas Dienerin, hebt es auf, aber Jago reißt es ihr aus der Hand. Nachdem die beiden Frauen gegangen sind, stachelt Jago Otellos Eifersucht weiter an. Er behauptet, Cassio habe im Traum erotisch von Desdemona gesprochen und gibt ebenfalls vor, das Tuch in seiner Hand gesehen zu haben. Otellos Eifersucht steigert sich zur Raserei, und er schwört, Cassio zu töten. Jago schließt sich seinem Racheeid an.

3. Akt:

Otello verlangt nach einem Beweis für Desdemonas Untreue. Daher verspricht Jago, ihm die Möglichkeit zu geben, ein Liebesgeständnis Cassios zu belauschen. Desdemona bittet noch einmal um Cassios Wiedereinsetzung. Otello beklagt sich über einen brennenden Schmerz in der Stirn und fragt Desdemona nach dem Tuch. Sie antwortet, daß sie es verlegt habe. Als Desdemona ihn erneut auf Cassios Entlassung anspricht, gerät Otello außer sich und beschuldigt sie der Untreue. Desdemonas Bestürzung schlägt in Entsetzen um, als Otello sie kalt als Hure bezeichnet und wegschickt. Allein reflektiert Otello verzweifelt über seinen derzeitigen Zustand: er hat die Frau verloren, die er liebt und kann nur noch an Tod und Rache denken. Jago kehrt mit Cassio zurück. Während Otello sich verborgen hält, beginnt Jago scherzend ein Gespräch mit Cassio über dessen Geliebte Bianca, das Otello fälschlich auf Desdemona bezieht. Als Cassio das von Jago in sein Zimmer geschmuggelte Tuch hervorholt, ist Otello von Desdemonas Schuld überzeugt. Er einigt sich mit Jago darauf, Desdemona in ihrem Bett zu ermorden. Die Bürger begrüßen Lodovico, den Abgesandten Venedigs. Er bringt einen Brief des Dogen, der Cassio zum Gouverneur befördert und Otello nach Venedig zurückruft. Während Otello den Brief liest, spricht Desdemona mit Lodovico über Cassio. Otello gerät in Zorn und schleudert seine Frau zu Boden. Im allgemeinen Entsetzen fordert er alle auf, ihn allein zu lassen. Halb wahnsinnig fällt er in Ohnmacht. Jago triumphiert über Otellos leblosen Körper.

4. Akt:

Es ist Nacht. Desdemona ahnt ihren Tod voraus. Sie singt ein Lied, das die an gebrochenem Herzen gestorbene Magd ihrer Mutter zu singen pflegte. Dann schickt sie Emilia fort und betet zur Jungfrau Maria. Sie geht zu Bett. Als Otello eintritt, erwacht Desdemona. Otello fragt sie, ob sie schon gebetet habe, da sie nun sterben müsse. Ihre Unschuldsbeteuerungen sind nutzlos und er tötet sie. Emilia erscheint und teilt Otello mit, daß Cassio Roderigo im Zweikampf getötet habe. Als sie Desdemonas Todesstöhnen hört, alarmiert sie Lodovico, Cassio, Jago und Montano. Emilia fragt ihren Ehemann, ob er an Desdemonas Untreue glaubt, was dieser bejaht. Daraufhin enthüllt Emilia, daß Jago Desdemonas Tuch gestohlen hat, und Cassio bestätigt, es auf mysteriöse Weise in seinem Zimmer gefunden zu haben. Das Ausmaß von Jagos Bösartigkeit ist nun aufgedeckt, aber er entflieht, bevor er gefangen werden kann. In völliger Verzweiflung ersticht Otello sich selbst. Dann küßt er Desdemona ein letztes Mal, bevor er stirbt.


Letzte Änderung am 23.5.2003