Richard Wagner (1813-1883):

Lohengrin

Allgemeine Angaben zur Oper

Widmung: Seinem lieben Freunde Franz Liszt gewidmet
Entstehungszeit: 1845-48
Uraufführung: 28. August 1850 in Weimar
Besetzung: Soli, Chor und Orchester
Spieldauer: ca. 230 Minuten
Opus: WWV 75

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Lohengrin (DGG, DDD, 1990)
Richard Wagner (1813-1883)

U. Schreiber in stereoplay 12 / 94: "Bei optimal zwischen Orchester, Chor und Solisten ausba- lancierter Klangtechnik bindet Claudio Abbado Wagners instrumentales Klangmysterium in einen aquarellfarben lyrischen, oft sogar beschwingten dramatischen Fluß ein. Und Siegfried Jerusalem in der Titelrolle, Cheryl Studer als Elsa sowie als Gegenpaar, die hier überragende Waltraud Meier als Ortrud und Hartmut Welker als Telra- mund, fügen sich stilistisch in das falsche Pathos abholde Konzept ein."

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Lohengrin (EuroArts, 1982)
Richard Wagner (1813-1883)

E. Pluta in FonoForum 02 / 07: "Elizabeth Connell ist eine Ortrud der Sonderklasse, mit einem gleißenden, geschmeidigen Mezzosopran ausgestattet, der nie ins Schrille, Keifende abgleitet.

Zur Oper

Art: Romantische Oper in drei Akten
Libretto: Richard Wagner
Sprache: deutsch
Ort: in und um Antwerpen
Zeit: erste Hälfte des 10. Jahrhunderts

Personen der Handlung

Lohengrin
Elsa von Brabant
Friedrich von Telramund
Ortrud
König Heinrich der Vogler
Weitere: Heerrufer des Königs, vier Edle

Handlung

1. Akt:

König Heinrich der Vogler ist mit großem Gefolge nach Brabant gekommen, um für seinen Feldzug gegen die Ungarn zu werben und Gerichtstag zu halten. Der mächtige Graf Telramund klagt Elsa, die seine früheren Werbungen verschmäht hat, an, ihren Bruder Gottfried ermordet zu haben und unrechtmäßig zu regieren. Ihm, der die wilden Dänen bezwang, und seiner jetzigen Gemahlin Ortrud, stünde die Herrschaft zu. Da Elsa, deren Bruder spurlos verschwunden ist, auf die Anklage schweigt, soll ein Gottesgericht entscheiden. Elsa will sich diesem Urteil unterwerfen und wählt einen Ritter, den sie im Traum gesehen hat, denn niemand der Anwesenden will gegen den gewaltigen Telramund in die Schranken treten. Schon einmal hat der Heerrufer Elsas Kämpfer vergeblich aufgefordert zu erscheinen, da naht, nachdem Elsa inbrünstig gebetet hat, ein Nachen, der von einem Schwan gezogen wird. Ein Ritter in silberner Rüstung entsteigt ihm und tritt vor die wie gebannt stehenden Scharen. Ohne Namen und Herkunft zu nennen und mit dem Verbot an Elsa, jemals danach zu fragen, beginnt er, nachdem sich Elsa ihm anvertraut hat, den Kampf und schlägt Telramund nach kurzem Gefecht zu Boden. Dem Besiegten schenkt man das Leben, doch er verfällt der Acht. Lohengrin gesteht Elsa seine Liebe, die ihm ihre Hand reicht, während alle dem Sieger zujubeln.

2. Akt:

Telramund wird von seiner aus dem heidnischen Friesland stammenden und der Zauberei kundigen Gemahlin Ortrud aus seiner Verzweiflung gelöst. Sie redet ihm ein, nur durch List den Zweikampf verloren zu haben. Der fremde Ritter werde unterliegen, wenn er seinen Namen nennen müsse oder eine kleine Verletzung erleide. Telramund glaubt seiner Frau, beide schwören Rache. Als Elsa auf dem Söller des Burgpalasts erscheint und dem Schicksal für ihre wundersame Errettung dankt, heuchelt Ortrud Reue, wird wieder aufgenommen und redet Elsa Misstrauen gegen den unbekannten Ritter ein. Insgeheim aber ruft sie die heidnischen Götter für ihre Rache zu Hilfe.

Heerrufer künden den neuen Tag, Elsa und Ortrud schreiten mit ihren Frauen zum Münster. Vor dessen Toren verlangt Ortrud den Vortritt für sich, denn niemand wisse, wer der Fremde sei. Auch Telramund bestreitet das Gottesurteil und klagt Lohengrin, der vom König zum Schützer von Brabant ernannt wurde, der Zauberei an. Mühelos kann Lohengrin alle von seinem Rittertum überzeugen, Antwort über sich sei er nur seiner Gattin schuldig. Als diese, obwohl sie zu zweifeln beginnt, noch einmal Vertrauen und Treue schwört, geht der Hochzeitszug in die Kirche.

3. Akt:

Elsa und Lohengrin werden feierlich in das Brautgemach geleitet und geben sich ihrem Glück hin. Doch bald wird in Elsa der bereits vor dem Münster gehegte Wunsch wach, den Namen und die Herkunft ihres Gatten zu erfahren. Vergebens warnt Lohengrin. Ihre Angst, ihr Gatte könnte wieder von ihr gehen, lässt Elsa die verbotene Frage stellen. Im gleichen Augenblick stürzt Telramund mit brabantischen Getreuen herein, um Lohengrins Macht durch eine Verletzung zu brechen. Dieser streckt ihn mit einem einzigen Schwertstreich tot zu Boden, die anderen fliehen. Elsas Frage will Lohengrin vor dem König und aller Welt beantworten.
Heerscharen, die Heinrich folgen wollen, ziehen am Ufer der Schelde auf, der König erscheint. Lohengrin lässt Telramunds Leiche herbeibringen und rechtfertigt seine Tat. Dann gibt er stolz das Geheimnis seiner Herkunft preis: Er ist ein Ritter des heiligen Gral, Sohn König Parsifals, aber nur unerkannt darf er unter Menschen weilen, wenn er ihnen zu helfen auserkoren ist. Jetzt rufe ihn der Gral zurück. Schon naht, wie das Volk mit Grauen sieht, der Schwan. Trauernd nimmt Lohengrin Abschied, während Ortrud in wildem Triumph bekennt, der Schwan sei der verschwundene und von ihr verzauberte Bruder Elsas. Lohengrin betet zu Gott. Aus dem Schwan wird Gottfried, Elsas Bruder. Ihm lässt Lohengrin Schwert, Ring und Horn zurück. Eine Taube fliegt vom Himmel herunter und zieht Lohengrins Nachen fort. Elsa stürzt tot zu Boden.


Letzte Änderung am 12.12.2006