Richard Wagner (1813-1883):

Tristan und Isolde

englisch Tristan and Isolde / französisch Tristan et Isolde

Allgemeine Angaben zur Oper

Entstehungszeit: 1857-59
Uraufführung: 10. Juni 1865 in München
Besetzung: Soli, Chor und Orchester
Spieldauer: ca. 220 Minuten
Opus: WWV 90

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Tristan und Isolde (DGG, DDD, 1982)
Richard Wagner (1813-1883)

Hermes Opernlexikon: "Carlos Kleiber enthemmt alle Leidenschaften, alle Ekstasen und Stürme, alle Verzweiflung und Trauer, indem er Wagner beim Wort nimmt: Es ist der aufregendste, hitzigste Tristan, der sich nur denken läßt, besetzt mit einem leichten, an Mozart geschulten Sopran, einem schlanken Tenor und auch rundum erstklassig. Ein Ereignis." Audio 04 / 05: "Die DG hat Kleibers Aufnahme für die Reihe 'Originals' mit neuester Technik überarbeitet. Und siehe da: Derart fulminant aufrauschende, derart himmelsstürmende Klangekstasen bietet sonst niemand."

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Tristan und Isolde (Opus Arte, 2006)
Richard Wagner (1813-1883)

stereoplay 04 / 08: »Mit feinsten Nuancen, leichter Tongebung und lyrischem Klang wandelt sich Stemme im Laufe der Oper vom Todesengel zur strahlenden Lichtgestalt. Gambill webt im Liebesduett beeindruckende Zwischentöne und steigert sich im kräfteverzehrenden Schlussakt zu einer erschütternd ehrlichen Darstellung von Liebesleid und Fieberwahn. René Pape gibt den König als herzenswarmen Übervater.«

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Tristan und Isolde (Atlantis, 1998)

Seiten: 380
ISBN-13: 9783254080363

Zur Oper

Art: Handlung in drei Aufzügen
Libretto: Richard Wagner
Sprache: deutsch

Personen der Handlung

Tristan: Brautwerber für König Marke (Tenor)
König Marke: sein Onkel, König von Kornwall (Cornwall) (Bass)
Isolde: irische Königstochter, für König Marke bestimmt (Sopran)
Kurwenal: Tristans Diener (Bariton)
Melot: Freund Tristans und König Markes (Tenor)
Brangäne: Isoldes Dienerin (Sopran)
Weitere: ein Hirte (T), ein Steuermann (Bar), ein junger Seemann (T), Schiffsvolk, Ritter und Knappen

Vorbemerkung

Der Ritter Tristan landete einst in einem Kahn schwer krank unter dem Namen Tantris in Irland, wo er von Isolde und ihrer gleichnamigen, zauberkundigen Mutter gesund gepflegt wurde. Tristan war beim Zweikampf mit Morold, einem irischen Helden und damaligen Bräutigam Isoldes, schwer verwundet worden, bevor er seinen Gegner, der von Cornwall Tribut einziehen wollte, erschlug. In Morolds Kopfwunde fand Isolde einen Splitter, der genau in Tantris' Schwertscharte passte. Also musste Tantris Tristan sein, der größte Feind Irlands. Dennoch konnten sich Isolde und ihre Mutter nicht an dem Kranken rächen, weil die Königstochter schon damals Tristan zu lieben begonnen hatte.

Handlung

1. Akt:

Tristan, König Markes treuer Diener, der sich seine Liebe zu Isolde nicht eingestehen will, ist nach Irland gesegelt, um die irische Königstochter nach Cornwall zu bringen, wo sie Marke heiraten soll. Isolde und ihre Vertraute Brangäne, die sie begleitet, erkennen in Tristan den Ritter Tantris wieder. Dass er jetzt als Brautwerber für Marke nach Irland zurückkehrt, empfindet Isolde als Schmach, zumal Tristans Männer Brangäne, welche die Vorgeschichte nicht kennt, auch noch verhöhnen. Isolde will sich rächen und befiehlt Brangäne, ihr und Tristan den Sühne- und Todestrank zu bringen, den zu leeren sich Tristan endlich bereit findet. Doch Brangäne reicht beiden den für Marke und Isolde bestimmten Liebestrank. Statt gemeinsam zu sterben, entbrennen Tristan und Isolde in heißer Liebe. Das Schiff landet in Cornwall, Kurwenal meldet, dass der König naht. Als Brangäne Isolde die Verwechslung gesteht, sinkt diese ohnmächtig in Tristans Arme.

2. Akt:

Marke hat die Ohnmacht seiner Braut den Anstrengungen der Reise zugeschrieben, jedoch Brangäne hatte bemerkt, dass Melot, Tristans Freund, die Situation richtig gedeutet hat. Sie vermutet, dass es Melot nicht ehrlich meint, doch Isolde schlägt alle Warnungen in den Wind und hat sich mit Tristan um Mitternacht im Park vor ihren Gemächern verabredet, während Marke und seine Begleitung angeblich jagen wollen. Mit einer Fackel in der Hand hält Brangäne Wache, bis die Jagdhörner in der Ferne verklingen. Isolde kommt aus der Burg, löscht die Fackel und gibt damit das verabredete Zeichen. Tristan und Isolde stürzen sich in die Arme, vereint in Liebe möchten sie nie mehr getrennt werden. Der Welt entrissen hören sie nicht Brangänes Ruf. Tristan und Isolde wünschen sich eine ewige Nacht der immerwährenden Vereinigung, die Erfüllung der Liebe im Tod. Von Melot geführt, kommt der König mit seinen Begleitern. Bestürzt sieht Marke den Treuebruch seines ergebensten Dieners, der sich nicht verteidigen will. Als Tristan Isolde fragt, ob sie mit ihm in den Tod gehen wolle und auf die Stirne küsst, stürzt sich Melot auf ihn. Tristan zieht sein Schwert, als wolle er sich verteidigen, lässt sich jedoch ohne Gegenwehr in das Schwert des Verräters fallen. Verzweifelt stürzt sich Isolde über den zu Boden sinkenden, von Kurwenal gehaltenen schwer verletzten Geliebten.

3. Akt:

Kurwenal hat Tristan in die halb verfallene Burg seiner Väter, Kareol, in der Bretagne gebracht, wo er den schwer Verwundeten pflegt. Die Wunde heilt nicht, nur Isolde könnte Tristan retten. Kurwenal hat nach ihr geschickt. Tristan, von Ohnmachten und Wahnvorstellungen geschüttelt, erwartet sie sehnsüchtig. Ein alter Hirte soll ihr Kommen mit einer fröhlichen Schalmeimelodie ankündigen Endlich ertönt statt der traurigen Weise ein fröhliches Lied, das die Landung von Isoldes Schiff meldet.
Tristan wankt mit letzter Kraft der Geliebten entgegen. Isolde fängt ihn auf und umarmt ihn. Tristan sinkt zu Boden und stirbt, den Namen der Geliebten auf den Lippen. Der Hirte meldet die Ankunft eines zweiten Schiffes. Kurwenal vermutet Feinde und verschließt das Tor. Marke mit seinen Begleitern verlangt Einlass, den Kurwenal verwehrt und Melot erschlägt, als das Tor gewaltsam geöffnet wird. Kurwenal fällt im Kampf mit den Eindringlingen, Marke, der von Brangäne zu spät von dem verhängnisvollen Trank erfahren hat und die Liebenden vereinen wollte, steht erschüttert vor den Toten. Isolde stirbt vor Schmerz an Tristans Leiche.


Letzte Änderung am 12.12.2006