Kurt Weill (1900-1950):

Die Dreigroschenoper

Allgemeine Angaben zur Oper

Entstehungszeit: 1928
Uraufführung: 31. August 1928 in Berlin
Besetzung: Solisten, Chor und Orchester
Spieldauer: ca. 65 Minuten
Erstdruck: Universal Edition

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[Details]
Die Dreigroschenoper (RCA, DDD, 99)
Kurt Weill (1900-1950)

C. Böhm in Scala 11 / 99: "Weill ließ sich von Jazz und Tango, Kabarett-Chansons und Moritaten inspirieren. Diesen Musik-Spagat inszeniert das Ensemble Modern ent- schlackt und subtil, aber mit Verve. Ein Highlight an Intensität ist das "zweite Dreigroschenfinale", in dem Raabe, Chor und Hagen einander hochschaukeln. Dessen Quintessenz "erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral" scheint Nina Hagen geradezu auf den Leib ge- schneidert. Solche Momente lohnen allein schon den Kauf."

Zur Oper

Art: Spiel mit Musik in drei Akten nach John Gays "The Beggar's Opera"
Libretto: Elisabeth Hauptmann und Bertolt Brecht
Sprache: deutsch

Handlung

Prolog:

Ein Moritatensänger trägt auf dem Jahrmarkt von Soho, wo sich allerlei Gesindel umhertreibt, die Ballade vom Gaunerchef Mackie Messer vor.

1. Akt:

Peachum hat eine Firma, die sich "Bettlers Freund" nennt und in der alle Bettler Londons - in der »Bettlerplatte« - organisiert sind. Sie liefern fünfzig Prozent ihrer Einnahmen ab und als Gegenleistung erhält jeder notwendige Hilfsmittel und Unterstützung. Auch Filch, der selbständig gebettelt hat, muss die Macht seines Chefs erfahren. An diesem Tag hat Peachum noch anderen Ärger, denn er und seine Frau müssen feststellen, dass ihre Tochter Polly mit einem Mann, auf den Mackie Messers Beschreibung passt, fortgegangen und diese Nacht nicht heimgekommen ist.
Die beiden feiern in einem alten Pferdestall, den Macheaths Banditen mit gestohlenem Gut ausstaffiert haben, Hochzeit. Die Räuber, Pfarrer Kimball und Polizeichef Brown, ein alter Freund und Kriegskamerad von Mackie, gratulieren.

2. Akt:

Als Polly endlich heimkommt, wird sie mit Vorwürfen überhäuft. Die Eltern beschliessen, Macheath an die Polizei zu verraten. Polly eilt davon, um ihren Mann zu warnen. Mackie flieht und sucht Zuflucht in einem Hurenhaus. Jenny verrät ihn, Smith verhaftet den Gauner.
Brown ist traurig, als man Macheath ins Gefängnis einliefert, während Tochter Lucy, die von Mackies Heirat hört, ihm die Augen auskratzen will. Als Polly ihren Mann im Gefängnis besucht, geraten die beiden Frauen aneinander. Frau Peachum nimmt ihre Tochter mit nach Haus. Mackie kann seine Freundin Lucy überreden, ihn fliehen zu lassen.

3. Akt:

Am Krönungstag der Königin versammelt Peachum seine Bettler und erpresst Brown mit der Drohung, dass seine elend hergerichteten Scharen den königlichen Zug stören würden, wenn er Macheath nicht verhaften lasse. Wieder erfährt Frau Peachum durch Jenny, dass Mackie in dieser Nacht bei Tucky sei, einer seiner Geliebten, und verständigt die Polizei. Macheath wird wieder verhaftet und soll gehängt werden.
Vergeblich versucht Mackie, seine Wächter zu bestechen; er kann das Geld nicht auftreiben. Seine Freunde kommen, um von ihm Abschied zu nehmen. Er leistet jedermann Abbitte und wird mit Trauermusik zum Galgen geführt. Im letzten Moment kommt Brown mit einem königlichen Schreiben, das Macheath begnadigt. Polly und Lucy sind glücklich. Mackie erhält noch eine Pension und den Adelsbrief.


Letzte Änderung am 26.5.2006