Riccardo Zandonai (1883-1944):

I Cavalieri de Ekebù

deutsch Die Herren von Ekebù / englisch The Knights of Ekebù

Allgemeine Angaben zur Oper

Entstehungszeit: 1923-24
Uraufführung: 7. März 1925 in Mailand (Teatro alla Scala)
Dirigent: Arturo Toscanini
Besetzung: Soli, Chor und Orchester
Spieldauer: ca. 115 Minuten
Erstdruck: Mailand: Ricordi, 1925
Verlag: New York: Ricordi, 1925
Opus: op. 9

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[Details]
I Cavalieri de Ekebu (Line, AAD/m, 1957)
Riccardo Zandonai (1883-1944)

Künstler: Fedora Barbieri, Mirto Picchi, Rina Malatrasi, Antonio Zaccaria, Orchestra Sinfonica di Milano della RAI, Alfredo Simonetto

Zur Oper

Art: Dramma lirico in vier Akten (5 Bildern)
Libretto: Arturo Rossato nach 'La leggenda di Gösta Berling' von Selma Lagerlöf
Sprache: italienisch
Ort: Schweden (auf der Festung Ekeby in Värmland)
Zeit: 19. Jahrhundert

Personen der Handlung

Margareta Samzelius: die Majorin, Schlossherrin von Ekebù (Mezzosopran)
Samzelius: ihr Mann (Bass)
Gösta Berling: ein vom Kirchendienst suspendierter Pfarrer (Tenor)
Anna: seine Geliebte (Sopran)
Sintram: Annas Vater (Bass)
Liecrona: ein Geiger (Tenor)
Weitere: Christian - Bariton
eine Wirtin - Alt
die Kavaliere Rütger, Kevenhüller, Christoffer, Eberhard, Berenkreutz, Fuchs, Julius, Wemburg und Rüser
sowie Mädchen und Burschen, Dienerschaft, Arbeiter und Volk

Handlung

1. Akt:

Gösta Berling ist ein Dichter und Träumer. Aufgrund seiner Trunksucht ist er nicht mehr in der Lage, sein Amt als Pfarrer wahrzunehmen und wurde von seinem Vorgesetzten vom Kirchendienst entbunden. Selbst am Heiligabend sitzt er missmutig im Gasthaus und und huldigt dem Alkohol über die Maßen. Anna, sein Mädchen, hat ihn dort gefunden und macht ihm eine Szene, weil sie sich den Heiligabend anders vorgestellt hatte. Mit ihrem Vater Sintram, der mit der Beziehung nicht einverstanden ist, hat er sich überworfen und begegnet ihm in Zwietracht. Die Wirtin will das Lokal schließen und wirft den Betrunkenen hinaus. Von Depressionen gepeinigt, findet Gösta sein Ruhelager im Schnee.

Die Majorin, die auf der Festung Ekebù residiert, hat eine Vorliebe für verkrachte Existenzen. Von ihr wird Gösta aufgelesen, und sie bietet ihm ein Obdach auf ihrer Burg an. Sie erzählt ihm das Abenteuer ihres Lebens und klagt, dass sie auf Druck ihrer Mutter ihren Geliebten verlassen und einen begüterten Mann ihrer Wahl nehmen musste. Samzelius, schwermütig und etwas verworren, vermachte ihr als Entschädigung für ihre Enttäuschung in der Liebe die Festung Ekebù und eine Eisenhütte. Der junge Mann, den sie abweisen musste, starb kurze Zeit später an Liebeskummer. Mit der Mutter gab es Streit und sie hat sie seither nicht mehr gesehen.

Nachdem Gösta erfahren hat, dass Anna sich auch im Schloss aufhält, nimmt er das Angebot der Majorin dankbar an.

2. Akt:

Die Rabauken, mit denen sich Margareta Samzelius - so heißt die Majorin mit Vor- und Zunamen - umgeben hat, setzen sich zusammen aus ehemaligen Legionären, Globetrottern und sonstigen Gestrandeten, zu denen jetzt auch Gösta gehört. Draußen schneit es heftig und die Kavaliere, wie Selma Lagerlöf sie in ihrem literarischen Werk bezeichnet, lassen es sich wohl sein und genießen die Feiertage.

Sintram möchte die Burg mit seiner Tochter gegen deren Willen verlassen, wird aber von den Kavalieren daran gehindert. Gösta steht Anna zur Seite und erklärt ihr anlässlich der Feier vor der Gesellschaft seine Liebe. Sintram stellt sich in Opposition zur Majorin, die eine Verbindung von Anna und Gösta befürwortet. Der Vater verstößt seine Anna und beschimpft Gösta als Verführer. Nachdem dieser seine Zugehörigkeit zu seiner Braut erneut bekräftigt hat, setzt die Majorin ihre Autorität ein und stiftet den Ehebund.

3. Akt:

Das Abendessen ist vorbei und zum Gefiedel von Liecrona hallen die Trinksprüche der Männer durch den Saal. Punkt Mitternacht kehrt Sintram noch einmal zurück und sieht mit vom Alkohol geröteten Gesicht wie der Teufel aus. Er ersucht die Kommandantin, ihren Pachtvertrag über die Burg mit dem Satan zu verlängern. Schloss Ekebù sei ihr einst vom Teufel gegen die Übereignung von Seelen in ihren Besitz übergegangen. Ein Pergament, aus dem er vorliest, geht hervor, dass als Gegenleistung jedes Jahr einer der Kavaliere zur Hölle fahren müsse. Es gibt Streit, denn seine Urkunde wird von den Anwesenden in Frage gestellt.

Die Kommandantin ist empört und es gibt ein Wortgefecht. Die aufgebrachten Trunkenbolde verjagen sie von ihrem Besitz und stellen kurze Zeit später fest, dass sie zu weit gegangen sind. Wer soll jetzt die Organisation und die Verwaltung übernehmen?

4. Akt:

Der Protest der Bevölkerung bewirkt, dass Margareta zurückgerufen wird. Denn die Kavaliere lassen die Einrichtung ohne ihre Aufsicht verkommen. Gösta sieht seinen Fehler ebenfalls ein und verspricht, sich zu ändern - zumal Anna droht, ihn erneut zu verlassen.

Doch die Majorin hat sich die Kränkung zu Herzen genommen und man sieht ihr an, dass sie schwer erkrankt ist. Aber sie verzeiht den Männern das Vergehen und stellt den Frieden wieder her. Vor ihrem Tod vermacht sie ihr Vermögen Anna und Gösta. Noch im Sterben hört sie, wie die Hämmer in der Hütte wieder arbeiten, denn von irgendwas muss der Schornstein schließlich rauchen. Doch mit dem süßem Nichtstun und dem schlauen Leben der Kavaliere ist es endgültig vorbei.


Letzte Änderung am 2.3.2014
Beitrag von Engelbert Hellen