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Richard Wagner

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Richard Wagner (1813-1883):

Götterdämmerung

englisch Twilight of the Gods / französisch Le Crépuscule des dieux

Allgemeine Angaben zur Oper:

Entstehungszeit: 1848-74
Uraufführung: 17. August 1876 im Bayreuther Festspielhaus (Dirigent: Richter)
Besetzung: Soli, Chor und Orchester
Spieldauer: ca. 250 Minuten
Opus: WWV 86D

Kaufempfehlung:

CD: Klassika CD Kaufempfehlung bei jpc Der Ring des Nibelungen (EMI, DDD, 1987-1991)

Künstler: Eva Marton, Kiri te Kanawa, Cheryl Studer, Siegfried Jerusalem, Thomas Hampson, Theo Adam, Reiner Goldberg, James Morris, Bayr. RSO, Bernard Haitink

DVD: Klassika DVD Kaufempfehlung bei jpc Götterdämmerung (TDK, 2002/2003)

Stereo 08 / 04: "Lothar Zagrosek lässt Wagner laut auftrumpfen. Luana de Vols Brünnhilde gestaltet souverän ihre Verzweiflungsausbrüche. Durchschlagskräftig ist Albert Bonnema als Siegfried."

Zur Oper:

Art: Oper in einem Vorspiel und drei Aufzügen
Libretto: Richard Wagner
Sprache: deutsch

Handlung:

Prolog: Die Nornen, Töchter der Erda, suchen im Geflecht der Geschichte das Schicksal der Welt zu erfahren. Aber aus dem Seil, das sie einander zuwerfen, lesen sie nur, was war, wie alles kam. Als sie das Kommende erfassen wollen, spannt sich das Seil, bis es reißt. Die Zukunft entzieht sich altem Wissen. Blind taumeln die Nomen ins Nichts.
Aus dem Zusammensein mit Brünnhilde in einsamer Öde drängt es Siegfried zu "neuen Taten". Brünnhilde erinnert sich und ihn an die Sendung, die Welt zu erlösen. Als Liebespfand lässt er ihr den Ring zurück, um dessen Besitz der Streit der anderen ging und geht.
1. Akt: Der Alberich-Sohn Hagen giert nach dem Ring und der Macht, die er vermeintlich verleiht. Dafür spinnt er seine Intrigen. Seinen unverheirateten Halbgeschwistern Gunther, dem Herrscher im Gibichungen-Reich, und Gutrune rät er zu »exotischen« Ehepartnern: der wilden Felsenfrau Brünnhilde und dem Naturburschen Siegfried. Wie mit magischer Kraft lenkt er Siegfried in die Gibichungenhalle. Dort wird der ungewöhnliche Gast bald unter eine Droge gesetzt, die ihm die Erinnerung an Brünnhilde blockiert, so dass er für Gutrunes Reize empfänglich wird und willig ein Blutsbündnis mit Gunther eingeht: für ihn will er mit Hilfe des Tarnhelms Brünnhilde freien. In der Halle wachend, verfolgt Hagen die Entwicklung seiner Pläne.
Aus Walhall hat sich Waltraute heimlich zu Brünnhilde gestohlen. Sie will die trostlose Lage der Götter wenden und berichtet der Schwester: tatenlos brütet Wotan inmitten der Götter und Krieger vor sich hin; die Weltesche ließ er fällen und ihre Stämme um Walhall schichten. Der Fluch, der über Götter und Menschen kam, würde nur von der Welt genommen, wenn die Rheintöchter den Ring zurückerhielten. Aber Brünnhilde kann und will nicht von Siegfrieds Liebespfand lassen.
Das aufschlagende Feuer kündigt ihr Siegfrieds Nahen an. Doch der, der das Feuer durchschreitet, ist ihr fremd. In Gunthers Gestalt verwandelt, bricht Siegfried Brünnhildes Widerstand, demütigt sie und entreißt ihr den Ring.
2. Akt: Halb wachend, halb träumend gewahrt Hagen die Gestalt seines Vaters Alberich, der ihn verpflichten will, den Nibelungen den Ring zurückzuerobern. Hagen jedoch will ihn nur sich selbst gewinnen. Mahnend verschwindet Alberich ins Dunkle.
In der Morgendämmerung erscheint Siegfried und kündigt Hagen die Ankunft Gunthers mit Brünnhilde an. Gutrunes Fragen nach dem genauen Hergang der Freiung um Brünnhilde verwirren Siegfried in seinem gestörten Bewusstsein.
Hagen ruft die Gibichungen-Mannen herbei, Gunther und dessen Braut zu empfangen. Wie ein Scherz erscheint es den Mannen, dass zur Vorbereitung des Hochzeitsfestes wilde Tiere geschlachtet und den vergessenen Göttern geopfert werden sollen. Das Verhängnis, aus Lug und Trug bereitet, kulminiert, als Brünnhilde, in die Gibichungenhalle geschleppt, erkennt, dass Siegfried sich seiner Liebe zu ihr nicht mehr erinnert. Der Ring an seiner Hand ist für Brünnhilde Beweis, dass er es war, der sie überwältigte. Für Hagen ist es Anlass, Siegfried des Treuebruchs gegen Gunther zu bezichtigen. Doch Siegfried, zunehmend irritiert, widersetzt sich allen Anklagen. Während seine Hochzeit mit Gutrune vorbereitet wird, beteiligt sich Brünnhilde an dem Komplott, das Hagen und Gunther zu Siegfrieds Ermordung schmieden. Ein Jagdunfall soll den schuldlos schuldig Gewordenen beseitigen.
3. Akt: Auf der Jagd hat sich Siegfried dorthin verirrt, wo die Rheintöchter dahinvegetieren. Sie flehen um den Ring. Als Siegfried sich weigert, ihn ihnen zu geben, weissagen sie dem Besitzer des Rings den baldigen Tod. Inmitten der Jagdgesellschaft erzählt Siegfried sein Leben ("Singe, Held!"). Als seine Erinnerung stockt, löst Hagen ihm mit einem Trank das blockierte Bewusstsein, Glücklicb erlebt Siegfried von neuem die Begegnung mit Brünnhilde. Hagen hat damit Siegfrieds Meineid, den Betrug an Gunther bloßgelegt. Hinterrücks sticht er Siegfried nieder. Mit dem Bekenntnis seiner Liebe zu Brünnhilde stirbt der, an den sich so viele Hoffnungen knüpften.
Dunkle Bestürzung herrscht bei den Gibichungen. Gutrune klagt an der Bahre ihres Mannes. Im Streit um den Ring erschlägt Hagen auch Gunther. Dem drohenden Gemetzel gebietet Brünnhilde Einhalt. Nach alter Sitte lässt sie den Leichnam Siegfrieds auf einem Scheiterhaufen bestatten. Sie schreitet in das Feuer und vereint sich so mit ihm im Tod. Der von ihr gestiftete Brand vernichtet die Gibichungenhalle und greift nach Walhall über, das mit seinen Göttern verglüht. Im reinigenden Wasser halten die Rheintöchter den Ring, ihn auch Hagens Zugriff entziehend, der zu Tode stürzt. Überlebende der Katastrophe drängen sich an den Seiten des großen Tunnels. Ist der Fluch gewichen?

Letzte Änderung am 12.12.2006